Riesige Halle für riesige Technik

Das LTZ in Burkersdorf bekommt einen Neubau mit Werkstatt, Lager und Büros. Die Investition von 2,3 Millionen Euro sichert den hiesigen Standort.

Burkersdorf.

Mit Beginn des nächsten Jahres verbessern sich für die 18 Mitarbeiter des Landtechnischen Zentrums (LTZ) in Burkersdorf bei Frauenstein die Arbeitsbedingungen wesentlich. Dann nämlich soll die neue Halle auf dem Betriebsgelände nahe der Straße in Richtung Silbermannstadt ihrer Bestimmung übergeben sein. Doch nicht nur das, die Kunden aus landwirtschaftlichen Unternehmen, Kommunen wie auch aus der Forstwirtschaft können dann in einem modernen Umfeld betreut werden.

Die Außenhülle des Neubaus ist zum Großteil bereits fertig, derzeit arbeiten verschiedene Gewerke vor allem im Innenbereich. LTZ-Geschäftsführer René Franke nennt ein Investitionsvolumen von rund 2,3 Millionen Euro am Standort Burkersdorf, der seit 2004 zum Firmenverbund der LTZ Chemnitz GmbH gehört. Das Gesamtunternehmen beschäftigt demnach 115 Mitarbeiter an sechs Standorten und generiert laut Geschäftsführer einen Jahresumsatz zwischen 35 und 40 Millionen Euro. Die Baywa AG ist Hauptgesellschafter, das Unternehmen Claas ein Mitgesellschafter.

Um den Neubau errichten zu können, kaufte LTZ ein Grundstück von der benachbarten Agrargenossenschaft "Burgberg", wie Geschäftsführer Franke sagt. In der Halle von reichlich 1100 Quadratmetern entstehen eine Ausstellungsfläche für die Technik, Werkstatt, Ersatzteillager, ebenso Büros und Sanitärräume.

Zur Erleichterung für die Mitarbeiter im Werkstattbereich ist eine Fünf-Tonnen-Kranbahn eingebaut worden. "Sie kann landwirtschaftliche Großmaschinen komplett anheben", erklärt der Firmenchef. Die Mitarbeiter in Burkersdorf vertreiben beispielsweise Winterdiensttechnik für Kommunen ebenso wie Traktoren, Mähdrescher und mehr für die Landwirtschaft, zudem unter anderem Harvester für den Forst. "Wir bieten für alles auch den Service an", sagt René Franke.

Zwar gibt es alle betrieblichen Bereiche - bis auf die neue rund 200 Quadratmeter Ausstellungshalle - auch jetzt schon auf dem Firmengelände von LTZ. "Die Bedingungen lassen sich aber nicht mehr vergleichen", so Werkstattleiter Jens Finger. Er und seine Kollegen sind für ihre Kunden im Bereich Mittelsachsen sowie im Nachbarlandkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie in Tschechien da. Die kommen vorwiegend aus der Landwirtschaft, also gibt es im LTZ Bereitschaftsdienste am Wochenende. Hochbetrieb herrscht in der Erntezeit. Jens Finger erklärt: "Wir arbeiten wie die Landwirtschaft." Die habe wegen Corona nicht "runterfahren" können, denn Tiere und Felder wollen versorgt beziehungsweise bestellt sein. Fazit: "Die Coronakrise haben wir in der Firma zum Glück nicht gespürt", so der Werkstattleiter.

Was LTZ jedoch laut seinem Geschäftsführer wie andere Unternehmen zu spüren bekommt, ist der Fachkräftemangel. Eine Rolle spielen auch, so denkt er, die speziellen Arbeitszeiten. Gut laufe hingegen die Lehrlingsausbildung. An den insgesamt sechs LTZ-Standorten in Sachsen und Thüringen werden nach seinen Worten 20 Lehrlinge, davon sieben im ersten Lehrjahr, ausgebildet. Sie erlernen den Beruf des Mechatronikers für Land- und Baumaschinen. Ein Lehrling absolviert eine kaufmännische Ausbildung. Auch die Burkersdorfer betreuen einen Auszubildenden.

Zur Bauberatung in Burkersdorf am Dienstag besprachen René Dienel und Lutz Reckwardt, Inhaber der gleichnamigen Stahlbaufirma in Lichtenberg, die aktuellen Fakten rund um den Neubau. Lutz Reckwardt ist Generalauftragnehmer. "Wir haben für die einzelnen Bauphasen Gewerke aus der Region gewonnen", sagt er. Die Halle entstand nach seinen Worten als Stahlkonstruktion mit einer sogenannten Sandwichverkleidung.

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