Rund 100 Teilnehmer bei Klimastreik in Freiberg: Glocken und Demonstranten mahnen

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Etwa 100 Freiberger aller Altersgruppen haben zum globalen Streiktag mehr Initiative für den Klimaschutz gefordert.

Freiberg.

Pünktlich um fünf vor zwölf mahnten die Glocken des Freiberger Doms und der Petrikirche am Freitag zum globalen Klimastreiktag in Deutschland, endlich selbst etwas zum Klimaschutz zu tun. Kamen am Mittag etwa 20 Menschen zur Andacht zusammen, demonstrierten am Nachmittag etwa 80 meist jüngere Leute für die Einhaltung klarer Klimaschutz-Ziele.

Zum Glockengeläut am Mittag hatten Einwohner, Kirchenvertreter und Vertreter des Freiberger Bündnisses "Klima neutral" den Streik der Bewegung "Fridays For Future" eröffnet. Die Pfarrer Urs Ebenauer und Dr. Michael Stahl machten deutlich, dass jeder seiner Verantwortung nachkommen müsse, um die Erde für Kinder und Enkelkinder zu erhalten. "Auch wir sind verantwortlich, wenn wir nichts tun", sagte Dompfarrer Ebenauer. Er forderte die Politik auf, der Klimakatastrophe entgegenzusteuern. Auch die Skeptiker müssten überzeugt werden. "Mit Menschen weltweit treten wir ein für eine lebenswerte Zukunft", machte Michael Stahl, Pfarrer der Gemeinde Petri-Johannis, auf den erdumspannenden Gedanken aufmerksam.

Matthias Beier vom Freiberger Bündnis "Klima neutral" forderte die Stadt auf, nach dem Beschluss des Klimaschutzkonzeptes im Januar dieses nun auch umzusetzen. Die gebildete Arbeitsgruppe sei noch nicht wirksam geworden. Ein intensives Mittun der Stadt Freiberg am Klimaschutz forderten am Nachmittag auch die Teilnehmer der Klimaschutz-Demo auf dem Obermarkt. "Wir müssen laut bleiben", forderte Anika Butscher vom Freiberger Bündnis Fridays For Future (FFF) die Demoteilnehmer auf, da die Klimakrise Realität sei. Doppelt so viele Katastrophen wie noch vor einigen Jahren zeigten das deutlich.

Die Demonstranten verliehen Forderungen wie zum Kohleausstieg bis 2030 und nach der Umstellung der Energiewirtschaft Deutschlands auf erneuerbare Energien bis 2035 klar Nachdruck. FFF-Frau Anika Butscher motivierte die Teilnehmer, am Sonntag wählen zu gehen, um ihren Forderungen nach mehr Klimaschutz Nachdruck zu verleihen.

Schwerpunkte des künftigen Freiberger Klimaschutzkonzeptes sollen eine fortschreibbare CO2-Bilanz und die Erhebung zum Einsatz erneuerbarer Energien für die Stadt sein, hieß es auf Nachfrage aus der Pressestelle. Die Stadt habe einen Fördermittelantrag gestellt, um das Konzept zu erarbeiten und will nach dem Zuschlag mit dem Verfahren beginnen.


Gäste am Klimatag: Was wir selbst für den Klimaschutz tun

Birgit Lemke (55) aus Großschirma: "Ich kaufe regional und Bio-Produkte, habe eine Solaranlage auf dem Hausdach und fahre mit dem E-Bike, so oft es geht. Auch den Fleischkonsum habe ich eingeschränkt. Anstelle des Autos nutze ich oft Mitfahrgelegenheiten. Aber natürlich ist das insgesamt noch zu wenig für den Klimaschutz."


Thomas Fohrmann (59) aus Bad Wildungen: Mit Warmwasserkollektoren auf dem Dach, dem Versuch, Plastik zu vermeiden und Fahrradfahren versuche ich meinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Außerdem ist es wichtig, nicht immer das Auto zu nutzen. Und ich versuche, die richtige Partei zu wählen, die den Klimaschutz voranbringt."


Matthias Langer (66) aus Freiberg: "In der Stadt bin ich immer mit dem Lastenfahrrad unterwegs, außerdem bin ich seit drei Jahren Veganer. Insgesamt tun alle noch zu wenig für den Schutz des Klimas, weil viele das Problem überhaupt nicht erkennen. Viel zu lange stand die Ökologie hinter der Ökonomie."

 

 


Julius Roch (20) aus Freiberg: "Ich lebe vegan und fliege nicht mehr. Aber es kommt nicht nur auf uns Einzelkämpfer an. Deutschland muss klimaneutral werden in allen Bereichen - zum Beispiel auf dem Bau- und Energiesektor. Wichtig ist die Information, was die traurige Alternative ist, wenn kein Wandel in der Klimapolitik stattfindet." (ar)

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