Rund 11.000 Gläubige schlüpfen unter ein Dach

Die Menschen werden älter und weniger. Auch Austritte machen den Kirchen zu schaffen. Nun sollen durch eine Fusion Kräfte gebündelt werden.

Freiberg.

Zurzeit gibt es in der Freiberger Region noch 15 evangelische Kirchgemeinden. Das wird sich ändern. Ab dem Jahr 2020 fusionieren diese zunächst zu sechs Kirchgemeinden (siehe nebenstehenden Artikel). 2021 schlüpfen diese unter ein Dach. Wie der amtierende Superintendent, Pfarrer Lüder Laskowski aus Großschirma, erklärt, gründet sich dann ein Kirchgemeindebund, dem rund 11.000 Gläubige angehören.

Laskowski führt mehrere Gründe für diesen Schritt ins Feld. Die Menschen werden älter und weniger. Auch Austritte häufen sich. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem massiven Mitgliederschwund in Sachsen von zurzeit rund 690.000 auf 416.000 Gläubige. Die Folge: Der finanzielle Spielraum wird enger, was sich letztlich auf das Personal auswirkt. "Wir müssen gucken, wie wir das Erleben der christlichen Gemeinschaft künftig möglich machen können", bringt es Laskowski auf den Punkt.


Mit dem neuen Kirchgemeindebund werden Kräfte gebündelt - und zwar unter anderem in den Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit, bei Festen sowie in Sachen Friedhöfe. Außerdem wird es künftig nur noch zwei Kirchenmusikerstellen geben, namentlich Domkantor Albrecht Koch und Clemens Lucke, dem Kantor vonPetri-Nikolai und St. Johannis. "Das geht schon an die Substanz", erklärt Laskowski. "Die Sorgen sind enorm, dass Eigenheiten und Traditionen vor Ort verwischen", fährt er fort. Eine zentrale Frage ist daher laut dem Geistlichen, was das rechte Maß an Kooperation ist. Nach zwei Jahre währenden Gesprächen in der Sache steht nun der Vertrag. Am Pfingstmontag wird dieses "Jahrhundertwerk" von den Vertretern der beteiligten Kirchgemeinden in der Annenkapelle unterzeichnet. Der Kern des Textes: Die Kirchgemeinden bleiben eigenständig. "Es wird aber einen gemeinsamen Haushalt und eine gemeinsame Personalplanung geben", bemerkt der amtierende Superintendent.


Das sind die neuen Kirchgemeinden

Aus 15 mach 6: Ab 1. Januar 2020 vereinigen sich mehrere Kirchgemeinden im Raum Freiberg. "Damit wird die bereits in Schwesterkirchverhältnissen entwickelte und erprobte Zusammenarbeit auf eine neue Stufe gehoben", so der amtierende Superintendent des Kirchenbezirks Freiberg, Pfarrer Lüder Laskowski.

Die Kirchgemeinden Krummenhennersdorf-Halsbrücke, Niederschöna-Oberschaar, Conradsdorf-Tuttendorf vereinen sich zur Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Halsbrücke. Die Kirchgemeinden Oberbobritzsch, Niederbobritzsch, Hilbersdorf und Naundorf bilden künftig die Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Bobritzsch. Die Kirchgemeinden Oberschöna und Langhennersdorf vereinen sich zur Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Oberschöna-Langhennersdorf. Die Kirchgemeinden Dom St. Marien Freiberg, Großschirma, Kleinwaltersdorf bilden die Kirchgemeinde am Dom Freiberg. Die Kirchgemeinden Petri-Nikolai und St. Johannis vereinen sich zur Kirchgemeinde Petri-Johannis. Zudem gibt es künftig die Evangelisch-lutherische Jakobi-Christophorus-Kirchgemeinde. (hh)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...