Russisch-Ass schafft es zur Bundesolympiade

Tom Tropschuh vom Cottagymnasium ist einer von sechs Sachsen, die das Finale in Bremen erreicht haben. An die große Glocke hängen will er das eigentlich nicht.

Brand-Erbisdorf.

Am liebsten, so hat man den Eindruck, möchte Tom Tropschuh gar nicht so viel Aufhebens darum machen. Ja, er nimmt an der 14. Bundesolympiade der russischen Sprache, Landeskunde und Literatur teil, die vom 28. November bis 1. Dezember in Bremen stattfindet. Und ja, er ist einer von lediglich sechs Sachsen, die das geschafft haben, indem sie beim sächsischen Vorausscheid im März in Leipzig hervorragende Ergebnisse erzielten. Tom beispielsweise startete dabei in der Niveaustufe A 1 und holte den ersten Platz. Aber das alles so sehr an die große Glocke hängen?

Mit einem zurückhaltenden Lächeln im Gesicht sitzt der 15-jährige Schüler der 9. Klasse des Brand-Erbisdorfer Bernhard-von-Cotta-Gymnasiums da. Soll er von sich erzählen, so kommt er nun mal nicht um die Schilderung des einen oder anderen Erfolges herum. "Man muss schon sehr viel lernen und im Kopf angleichen", antwortet er, gefragt, inwieweit ihm die russische Sprache Schwierigkeiten macht. Alles sei sehr analytisch, ergänzt Silke Wenzel, eine Sprache für Mathematiker. Klar, dass Tom Tropschuh auch in Mathe nicht schlecht dasteht.


Silke Wenzel ist Toms Trainerin. Sie bereitet ihn gezielt auf seine Aufgaben bei der Bundesolympiade vor. "Er ist natürlich sehr ehrgeizig", beschreibt sie den Schüler. "Was er aufnehmen kann, ist durchaus ungewöhnlich, allein schon, weil er sehr aufmerksam ist." Mittlerweile wird zweimal in der Woche eine Stunde lang trainiert. Tom erwartet bei der Bundesolympiade ein hartes Programm. Zu einem, selbstverständlich auf Russisch vorgelesenen Text muss er Multiple-choice-Fragen beantworten, einen Aufsatz über ein vorgegebenes Thema schreiben, eine Präsentation zu einem Wahlthema gestalten und außerdem in einem Partnergespräch vorgegebene Themen erläutern. "Da bin ich schon etwas aufgeregt", gesteht er. "Immerhin weiß ich nicht, wie die anderen Teilnehmer so drauf sind."

Ganz bewusst hat sich der Berthelsdorfer vor der sechsten Klasse für Russisch als zweite Fremdsprache entschieden. Da sei die Aussprache leichter als etwa im Französischen, grinst er. Als Herausforderung erwiesen sich allerdings das kyrillische Alphabet und die Fälle. Doch sei das mittlerweile kein Problem mehr. Eine Leidenschaft für die russische Sprache sei ihm eher nicht in die Wiege gelegt worden. Ein paar Brocken könnten die Eltern noch von früher, aber mehr nicht. Sein Bruder habe eine andere Sprache gewählt.

Neben Russisch hat Tom Tropschuh Geografie als Lieblingsfach. "Ich möchte selbst einmal Lehrer werden", sagt er. "In einem der beiden Fächer würde ich dann gerne unterrichten." Körperlich fit hält er sich übrigens beim Rope Skipping, also Seilspringen. Er ist Mitglied beim SSV 91 Brand-Erbisdorf und holte dieser Tage bei einem internationalen Vergleich in München fünf Goldmedaillen. Und das, obwohl am Abend zuvor Tanzschulen-Abschlussball im Tivoli gefeiert wurde und er am nächsten Tag um 3 Uhr losfahren musste, um ab 8 Uhr den ersten Wettkampf zu absolvieren.

Bei der Bundesolympiade dabei zu sein, ist schon ein großer Erfolg. Doch wenn alles gut geht, möchte Tom, der nun in der Niveauklasse 2 antritt, es auch bis zum europäischen Ausscheid schaffen. "Das wird aber sehr schwer", weiß er. "Immerhin muss ich mich auch gegen Muttersprachler behaupten." Allerdings ist ihm das im sächsischen Landeswettbewerb schon gelungen.

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