Sachbeschädigung - Unbekannte beschmieren Schule Bahnhof und sein Empfangsgebäude

Freiberg.

Der Freiberger Bahnhof wurde 1862 mit der Eröffnung der ersten Eisenbahnverbindung nach Tharandt eingeweiht. Architekt Constantin Hille und der Leiter des Staatsbauvorhabens, Landbaumeister Karl Moritz Haenel, schufen ein beeindruckendes Bauwerk im Stil der englischen Tudorgotik. Es besteht aus drei dreigeschossigen Flügel- und Mittelbauten und dazwischen liegenden zweigeschossigen Verbindungsbauwerken. Die ursprünglich reich verzierten Fassaden sind seit 1959 vereinfacht worden. Zur 800-Jahr-Feier der Stadt 1986 wurde der Bahnhof in einem gelblichen Ton gestrichen. Dabei legte man das Wappen mit den beiden Löwen am mittleren Eingangsgiebel wieder frei. Nach 1995 wurde die Bahnhofshalle modernisiert. Leider wird sie heute von der Deutschen Bahn nur noch wenig genutzt und steht zu großen Teilen leer. Mit dem Bau des Empfangsgebäudes entstand der sogenannte Hausbahnsteig, der mit der Weiterführung der Strecke Dresden-Freiberg nach Chemnitz nicht mehr ausreichte. Eine weitere Vergrößerung erfuhr der Bahnhof mit der Strecke von Nossen 1873 und ihrer Weiterführung nach Bienenmühle 1874/76. 1890 kamen die Strecken nach Großhartmannsdorf/Langenau und Halsbrücke hinzu. Bei einem Umbau von 1891 bis 1903 entstand ein Personentunnel. Westlich des Empfangsgebäudes steht die ehemalige Bahnpost (Eröffnung 1900); ein weiteres prägendes Bauwerk. Der bauliche Zustand ist mittlerweile so schlecht, dass eine Erhaltung kaum noch möglich erscheint. Bahnhöfe sind die ersten Gebäude einer Stadt oder eines Dorfes, die der Reisende bewusst wahrnimmt. Der Leerstand ist eine Gefahr für den Fortbestand dieses wichtigen Denkmals der Verkehrsgeschichte. (eva)

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