Sayda: Krippenplatz wird deutlich teurer

Preis steigt ab Oktober auf 205 Euro monatlich - Stadtrat folgt Gesetz

Sayda.

Wenn der Stadtrat eine Entscheidung fällen soll, zu der ihn die Rechtslage mehr oder weniger verdonnere, dann bewege sich der Handlungsspielraum wie bei einer Wahl zwischen Pest und Cholera. So brachte der Saydaer Stadtrat Maik Fritzsche (Fraktion Wir für Sayda) seine Gefühlslage zur Abstimmung über die Betreuungskosten der Kita "Bahnhofsspaten" auf den Punkt. Fritzsche verweigerte entsprechend seine Zustimmung, wie andere Räte auch, doch die Mehrheit folgte den Zwängen. Somit wird ein Krippenplatz für die Eltern bereits ab Oktober deutlich teurer. Statt bisher 190 Euro sind dann 205 Euro monatlich zu zahlen.

Hintergrund ist die Regelung, wonach der Elternanteil im Krippenbereich zwischen 20 und 23 Prozent der Betriebskosten liegen darf. Wie viel genau, das entscheidet die Kommune. Die Betriebskostenabrechnung von 2017 ergab nun, dass eine Erhöhung im Krippenbereich rechtlich notwendig war. Laut Hauptamtsleiterin Tina Hennersdorf entspricht der neue Betrag von 205 Euro nun einem Elternanteil von 20,5 Prozent der Betriebskosten. Man bewege sich damit an der untersten Grenze, verdeutlichte Bürgermeister Volker Krönert (CDU). Die Summe sei auch mit dem Träger und dem Landkreis abgestimmt.

Stadtrat Klaus Moisel (CDU) gab zu bedenken, dass sich auch der verbesserte Betreuungsschlüssel bei den Betriebskosten niederschlage. Der Bund habe den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz geschaffen. "Dort hat aber nie jemand gefragt, wie es um die Finanzierung steht", sagte Moisel.

Zusätzlich soll die Gastkinderregelung abgeschafft werden. Bis jetzt konnten Kinder, die nur zu Besuch in Sayda und Umgebung waren, für eine kurze Zeit aufgenommen werden. Der Personalaufwand könne nicht gedeckt werden, so die Stadtverwaltung. Um in eine Kita aufgenommen zu werden, müssen Kinder bestimmte Anforderungen erfüllen, wie zum Beispiel Impfungen und ärztliche Untersuchungen nachweisen können. Der Aufwand sei groß, und der Bedarf sei nicht gegeben.

Gäste der öffentlichen Stadtratssitzung mahnten allerdings an, das Aus für die Gastkindregelung noch einmal zu überdenken. Zumindest im Hort hätte es einige Gastkinder gegeben. Ebenso wurde angeregt, eine Regelung für Kinder zu schaffen, die in den Ferien nur stundenweise den Hort besuchen, um die Ganztagsangebote nutzen zu können.

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1Kommentare
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  • 3
    0
    dschubert
    15.09.2018

    Es ist schon verrückt, hier werden Kosten erhöht, in anderen Ländern komplett abgeschafft. Ohne Worte...



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