Sayda macht mobil gegen Rückzug der Sparkasse

Stadtverwaltung, Stadtrat und Gewerbeverein üben Schulterschluss bei Protest

Sayda.

Die angekündigte Schließung der Sparkasse in Sayda war am Mittwochabend ein bestimmendes Thema in der Sitzung des Saydaer Stadtrates. "Wenn Landrat Matthias Damm sich so die Förderung des ländlichen Raumes vorstellt, ist er auf dem Holzweg", erklärte Karsten Piefke in der Einwohnerfragestunde. Der Vorsitzende des Gewerbevereins Sayda kündigte an, dass der Vorstand in einem Brief an den CDU-Politiker, den Kreistag und Ministerpräsident Michael Kretschmer gegen den Rückzug der Sparkasse Mittelsachsen aus der Erzgebirgsstadt protestieren werde. "Es geht hier um Daseinsfürsorge." Im Internet sei eine Petition gestartet worden, so der Vereinschef weiter, der auch das MDR-Fernsehen einschalten will.

Bei den Stadträten rannte Piefke mit seinem Protest offene Türen ein. Stefan Wanke (Wählervereinigung der Handwerker und Gewerbetreibenden) plädierte für eine Einwohnerversammlung, zu der neben dem Vorstand der Sparkasse auch Kreis- und Landespolitiker sowie Presse und Fernsehen eingeladen werden sollten. Bereits am Montagabend soll es dazu ein Vorbereitungstreffen im Sitzungszimmer des Rathauses geben. Bürgermeister Volker Krönert (CDU) will Landrat Damm eine offizielle Stellungnahme des Stadtrates übermitteln: "Wir müssen alles versuchen, um die Sparkasse zu behalten." Michael Meyer (Wir für Sayda) regte zudem eine Unterschriftensammlung an: "Wir sollten öffentlichen Druck aufbauen." Dass selbst die Automaten aus der Sparkassenfiliale abgezogen werden sollen, treffe nicht nur die älteren Einwohner, sondern auch die Gewerbetreibenden, so Meyer. "Die müssen dann erst Rundreisen machen, um ihre Tageseinnahmen loszuwerden." Die Sparkasse im Ort ist laut Ortschronistin Petra Berger bereits 167 Jahre alt. "Sie ist eine der ältesten im Landkreis", sagte sie.

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