Schlittenhunde erobern Nassau

Hunde und Schlittenführer kämpfen am Wochenende um den schnellsten Zieleinlauf. Rennleiter Thomas Schurig hat derweil schon eine Idee, wie sich das Rennen in den nächsten Jahren vergrößern kann.

Nassau/Dorfchemnitz.

Wenn das Wetter am Wochenende so wird wie angekündigt - tagsüber leichte Plusgrade, nachts Frost -, dann erwarten Wettkämpfer und Zuschauer beim 24. Schlittenhunderennen in Nassau super Bedingungen, sagt Rennleiter Thomas Schurig. "Dann wird der Schnee schön fest und weht nicht weg." 2018 war das Rennen wegen Schneemangels ausgefallen. 2019 kann es bereits vor Beginn mit einem Rekord aufwarten: 101 Anmeldungen liegen vor. "So viele wie nie", sagt Schurig. Das Interesse am Schlittenhundesport habe enorm zugenommen, was sich auch im Gastgewerbe bemerkbar mache.

Zahlen dazu, wie viele Buchungen die Vermieter von Ferienwohnungen und Hotelzimmern verzeichnen, hat Ortsvorsteher Dietmar Blichmann keine. Etwas weiter weg vom Skigebiet seien die Chancen auf eine Unterkunft besser, vermutet er. Tatsächlich gebe es noch einzelne Zimmer, heißt es aus dem Hotel Conrad. Derweil stellen sich die Organisatoren auf Tausende Zuschauer ein. So müssen am Skigebiet zusätzlich Wiesen zum Parken beräumt werden. Besucher sollten nach Verlassen der B 171 der Ausschilderung folgen. "Wir werden viele Ordner haben, die sie einweisen", erklärt Blichmann. "Wir sind ein eingespieltes Team."

Vereine, Feuerwehr und die Gemeinde arbeiten an einem Strang, um das Event auf die Beine zu stellen, so Schurig, der bis 2018 dem Schlittenhunde-Sportverein Sachsen vorstand, der das Rennen ausrichtet. "Die Unterstützung in Nassau ist einmalig." Besondere Herausforderung in diesem Jahr sei der Schneebruch gewesen. Die Organisatoren haben sich eine Genehmigung vom Forst geholt, um selbst Strecken freischneiden zu können. Für die Rennen, die im Sprint und in der Mitteldistanz ausgetragen werden, kann dennoch nur ein Teil der Wege genutzt werden. So fällt der Abschnitt hinab zur Talstraße und wieder hoch zum Drachenkopf weg.

Das Lager für die Musher - die Schlittenführer - und ihre Hunde, die auch aus Frankreich, Polen und den Niederlanden anreisen, wird am alten Forsthaus eingerichtet. Je 10Uhr am Samstag und Sonntag soll der erste Schlitten starten, die weiteren folgen im Minutentakt. Nachmittags gehen die Kinder und Jugendlichen an den Start.

Natürlich kribbele es ihm in den Fingern mitzufahren, aber der erfahrene Musher aus Dorfchemnitz geht nicht an den Start. "Als Rennleiter müsste ich dann einen weiteren Schiedsrichter organisieren", erklärt er. Außerdem hat er alle Hände voll zu tun, nicht nur als Bürgermeister der Nachbargemeinde, sondern auch mit dem jüngsten Wurf seiner sibirischen Huskys - gerade elf Wochen alt sind die sechs Welpen. Erst wenn sie ihr zweites Lebensjahr erreichen, beginnt er das Schlittenhundetraining.

Sein Ziel für das Schlittenhunderennen: "Wir wollen es ausbauen." Ein grenzüberschreitendes Rennen in sechs Etappen - vom tschechischen Lesná über Holzhau nach Nassau schwebt ihm vor. Kontakt zu einem tschechischen Schlittenhundeverein hat er, Fördermöglichkeiten für grenzüberschreitende Projekte gebe es auch. Noch steckt die Idee in den Kinderschuhen. "Aber wenn es klappt, wäre es eine Bereicherung für die Region."

Hinweise für Besucher: Die Organisatoren bitten darum, eigene Hunde zu Hause zu lassen. Das Veterinäramt werde zudem Impfausweise kontrollieren. Die Straße ins Skigebiet ist steil, Autofahrer werden gebeten an ordentliche Winterreifen zu denken. www.schlittenhunderennen-nassau.de


Zwei Kategorien am Start

Die in Nassau ausgetragenen Rennen lassen sich in zwei Kategorien einordnen. Rennen im Sprint haben eine Länge von 5 bis 15 Kilometer, Rennen der Mitteldistanz von 35 bis 40 Kilometer. In beiden Kategorien können sich Musher mit unterschiedlich großen Gespannen anmelden.

So können in der Kategorie Sprint Schlitten mit 2, 4, 6, 8 oder einer beliebigen Menge an Hunden an den Start gehen. Wobei bei letzterem meist 12 die maximale Anzahl ist.

Jede Kombination, sprich Sprint/Mitteldistanz plus Anzahl von Hunden, wird getrennt gewertet. Das Rennen besteht aus zwei Wertungstagen, an denen jeder Starter eine Runde gemäß der Streckenlänge seiner Kategorie absolviert. (bk)

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