Schlosspark dümpelt vor sich hin: Helfer mit Herz gesucht

Das Kleinod von Neuhausen hat schon bessere Zeiten gesehen. Über die Pflege gibt es kontroverse Ansichten. Die Tourismuschefin bringt jetzt einen Stein ins Rollen.

Neuhausen.

Das mondäne Schloss Purschenstein ist das Wahrzeichen des Erholungsortes Neuhausen und wirklich sehenswert. Was man von dem terrassenförmig angelegten Schlosspark nur bedingt behaupten kann. Beim Betrachten des plätschernden Brunnens, der Blumenrabatten, der sauber geschnittenen Hecken und des gemähten Rasens lässt sich zumindest erahnen, dass dieser Park einmal sehr schön gewesen sein muss. In diesem Teil spazieren zu gehen, ist Natur pur.

Ein wenig weiter unten sieht es mit den alten großen Bäumen und Sträuchern eher wild-romantisch aus. Da zeigt sich die Familiengruft der Schönbergs, die gesäubert werden müsste. Das Gras, das dringend eines Schnittes bedarf oder die Rhododendronsträucher und die anderen Bäume, die beschnitten werden müssten. Die Geländer sind verbogen und müssten repariert werden.

"Der untere Teich mit dem Brücklein und der kleinen Insel sowie das gesamte Gelände herum könnte ein wirkliches Kleinod werden", schwärmt Undine Weise, die Chefin der Tourist-Information Neuhausen. Dietmar Geyer, Leiter des Glashüttenmuseums und Chronist für das Schloss, kennt dieses Areal von reichlich drei Hektar Fläche und dessen Historie genau. "Zu DDR-Zeiten wurde versucht, den Park, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts angelegt wurde und in dem sich sogar einst ein Tiergehege befand, in einwandfreiem Zustand zu halten. Das gelang jedoch nicht immer. Die Wartung wurde damals mit dem Eigentümer, der Gemeinde und dem Nutzer, dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund, geregelt", erzählt Geyer. Mitglieder des Kulturbundes, Schüler und Arbeiter von Betrieben hätten im Park angepackt, fügt er an. Auch in den ersten Jahren des neuen Eigentümers seien Bäume und Sträucher gepflegt worden.

Hotelmanager René Schmitt steht dem Ansinnen der Tourismuschefin dankbar gegenüber. "Ich freue mich, dass es von Seiten der Gemeinde diese Aktivitäten gibt. Mir fehlen einfach die personellen Kapazitäten, um hier mehr zu tun, als diesen oberen Teil in Ordnung zu halten", sagt Schmitt. Er unterstütze deshalb die Bestrebungen der Gemeinde zur Säuberung des unteren Parks uneingeschränkt. "In den nächsten Tagen wird Schlossbesitzer Roelof Praagman kommen, und wir werden uns gemeinsam über ein weiteres Vorgehen zur Gestaltung des Parks unterhalten", sagt Schmitt.

"Ich glaube, ich weiß nicht, was ich da losgetreten habe", erklärt Touristikerin Undine Weise. Sie sei jedoch der Auffassung, im Sinne der Neuhausener und der Gäste der Gemeinde gemeinsam mit den Verantwortlichen des Schlosses diese Aufgabe anzugehen. "Wenn nicht jetzt, wann dann", gibt sich Weise erwartungsvoll. Deshalb ruft die Tourismuschefin alle Neuhausener und Freunde des Schlosses am kommenden Sonnabend zu einem Arbeitseinsatz auf, bei dem der untere Teil des Schlossparkes aufgeräumt werden soll. Undine Weise weiß, dass dieses Thema von den Einwohnern kontrovers diskutiert wird. "Es stimmt wohl, dass dieser Park zum Schlosshotel gehört. Aber er steht allen Neuhausenern und Gästen uneingeschränkt offen", gibt sie zu bedenken.

Eigentlich sei der Park ein Kleinod für den Ort, das in der Vergangenheit viel zu wenig frequentiert wurde. Zudem verläuft der Kammweg durch das Areal. "Wenn er wieder hergerichtet ist, werden sicherlich auch wieder mehr Gäste durch den Park schlendern. Ein Hin und Her der Verantwortlichkeit und Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter", erklärt die Touristikerin.

Arbeitseinsatz im Schlosspark Treffpunkt ist 10 Uhr im Schlosshof. Einige Mitstreiter haben sich laut Undine Weise schon gemeldet. Wer keine Arbeitsgeräte hat, dem werden diese zur Verfügung gestellt. Nach dem Einsatz, der etwa bis 13 Uhr gehen soll, lädt das Team des Schlosshotels zu einem kleinen Imbiss in den Schlosshof ein.

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