Schmiedfeuer lodert seit Generationen

Vor 40 Jahren hat Gunter Strauß den Handwerks- betrieb seines Vaters in Voigtsdorf übernommen. "Ein ewiger Lernprozess", wie er sagt.

Voigtsdorf.

Von früh sieben Uhr bis oftmals spät abends ist der 60-jährige Gunter Strauß in seiner Schmiede. Er hat rund 100.000 Euro in moderne Maschinen investiert, die ihm die Handarbeit erleichtern. Zu den Kundenwünschen gehören Eisenträger, Betonstahl sowie Fenstergitter.

Es ist für ihn eine besondere Freude , wenn er das Schmiedefeuer entfachen kann. Dieses Feuer hat ihn schon als Kind fasziniert.

Eigentlich wollte Gunter Strauß Schweißtechnik studieren. Der Herzinfarkt seines Vaters, bei dem er von 1972 bis 74 gelernt hatte, ließen diesen Wunsch platzen und Gunter Strauß wurde mit 20 Jahren förmlich ins kalte Wasser geworfen. So übernahm er am 1. Oktober 1976 die Schmiede mit der Maßgabe, in den nächsten zwei Jahren noch die Meisterprüfung abzulegen. Dafür fertigte er eine kunstgeschmiedete Garderobe, die den Flur seines Wohnhauses ziert.

Die Anfertigung von Geländern, Gittern, Stahltüren, Treppen für Eigenheime oder verschiedene Reparaturarbeiten waren in den ersten Jahren Inhalt seiner täglichen Arbeit. "Für einen Betonmischer gab es als Gegenleistung schon einmal eine Pyramide. Die Beschaffung von Material, Maschinen oder Handwerkszeug gestaltete sich oftmals sehr schwierig. So hatten wir bis 1984 nicht einmal ein Telefon", erzählt der Voigtsdorfer. Seine damalige Frau machte für ihn die Büroarbeit und hält ihm auch heute noch den Rücken frei.

Die Wendezeit war nicht einfach. Strauß schuf sich mit einem Schlüsselservice einen Zusatzverdienst. Durch Kontakte mit zwei großen Maschinen und Stahlbaufirmen konnte er sich vor allem im Metallbauhandwerk etablieren. In dieser Zeit bildete er auch zwei Lehrlinge aus. Die Wirtschafts- und Bankenkrise 2009 ging am Schmiedemeister nicht spurlos vorüber. Für einige Monate fuhr er nach München auf eine Baustelle, bis dann wieder Normalität in seinen Auftragsbüchern eintrat.

"Die 40 Jahre sind ein ewiger Lernprozess für mich, der bis heute nicht abgeschlossen ist", sagt Strauß. Mit seinem 26 jährigen Sohn Florian, der vor drei Jahren seinen Meisterbrief ablegte, möchte der kreative und engagierte Schmied neue Wege gehen. "Wir werden neben unserer täglichen Arbeit Schmiedelehrgänge anbieten, wie zum Beispiel das Schmieden von Damastmessern. Jedoch kann auch jeder Teilnehmer bei uns nach Herzenslust und seinen Vorstellungen kreativ werden." Dabei seien der Phantasie im Schmiedehandwerk keine Grenzen gesetzt.

Auch im gesellschaftlichen Leben seines Dorfes ist der Name Gunter Strauß nicht mehr wegzudenken. So ist er Mitglied des Kirchenvorstandes, in der Feuerwehr und im Sportvereines tätig und stets bereit, immer und überall zu unterstützen und zu helfen.

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