Schnelles Internet: Kampf gegen weiße Flecken beginnt

Bis zum Frühjahr 2021 will die Telekom unterversorgte Gebiete in den Randgebieten von Freiberg ans Glasfasernetz anschließen. Ein ambitionierter Plan, wie die Macher sagen.

Freiberg.

In Halsbach, Kleinwaltersdorf und Zug erhalten die Einwohner schnelles Internet. Bis zum Frühjahr 2021 sollen in Regie der Deutschen Telekom Glasfaserkabel bis in die Häuser verlegt werden. Kosten: rund 2,6 Millionen Euro. Genau 379 Anschlüsse sind betroffen. Hierbei handelt es sich um weiße Flecken, sogenannte Adresspunkte, die Übertragungsraten von weniger als 30 MBit je Sekunde erreichen und für die sich ein Ausbau für ein Unternehmen nicht rechnet. Ermöglicht wird dieser nun durch Finanzspritzen des Bundes, des Freistaats und des Landkreises.

Das teilten Hendrik König als zuständiger Regionalmanager der Telekom und Projektleiter Matthias Patzsch am Dienstag zu einem Informationsabend in der Nikolaikirche vor gut 150 Zuhörern - in der Hauptsache betroffene Grundstückseigentümer aus den Ortsteilen - mit. Nach dem Ausbau stehen Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde, nach Möglichkeit von 1 Gigabit pro Sekunde, zur Verfügung. Die Arbeiten in knapp zwei Jahren zu meistern, nannte Patzsch ambitioniert, aber machbar.

Auftraggeber ist die Stadt Freiberg, die das Vorhaben europaweit ausgeschrieben hatte. "Jeder braucht heute schnelles Internet. Das geht im schulischen Bereich los und reicht bis zum Home Office", so OB Sven Krüger (parteilos) gegenüber der "Freien Presse". Er hätte sich gewünscht, dass das Ganze rascher über die Bühne gegangen wäre, aber Antrag und Ausschreibung seien sehr bürokratisch gewesen.

Nicht nur die Stadt kann dank Fördergeldern beruhigt auf den bevorstehenden Ausbau blicken. Auch die Hauseigentümer müssen für den Anschluss bis ins Haus nichts bezahlen, wie Regionalmanager König erklärte. Nur um die Installation im Haus müssten sich die Betroffenen kümmern. Außerdem: Die bisherige Technik mit Kupferkabeln bleibt bestehen und kann weiter genutzt werden. "Wir reißen nichts heraus", so König auf eine entsprechende Frage einer Frau. Auch auf bestehende Trassen soll, soweit möglich, zurückgegriffen werden. Das heißt: Dort, wo Freileitungen anliegen, setzt die Telekom künftig ebenfalls auf die Technik. In Summe sollen 8,8 Kilometer oberirdisch verlegt werden, 25 Kilometer im Tiefbau.

Parallel dazu bauen Enviatel, Pyur und Telekom im Großteil von Freiberg die Infrastruktur für das Turbo-Internet freiwillig selber aus. Denn in diesen Gebieten lässt die Anzahl potenzieller Nutzer erwarten, dass später durch Entgelte die Kosten wieder reingeholt werden können. Laut OB sind bis Jahresende 20.000 Haushalte angeschlossen, die übrigen 20.000 bis Ende 2020.

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