Schulanfang: OB bietet Räume der Stadt an

Rathauschef Sven Krüger will Angehörigen der Abc-Schützen ermöglichen, an der Feier teilzunehmen. Die Entscheidung träfen aber die Schulleiter.

Freiberg.

Beim Thema Schulanfang wurde Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend ungewöhnlich emotional. Der Rathauschef war im letzten Tagesordnungspunkt "Sonstiges" gefragt worden, warum an manchen Grundschulen in Freiberg die Schuleingangsfeiern in sehr kleinem Rahmen stattfinden sollen - zum Teil ohne Großeltern und Geschwister oder gar ohne die Eltern.

Die Entscheidung liege ausschließlich bei den Schulleitern, erklärte das sichtlich bewegte Stadtoberhaupt. Er habe sich in einem Brief an die Pädagogen gewandt und appelliert, auch den Angehörigen zu ermöglichen, die Übergabe der Zuckertüten miterleben zu können. "Anders als unzählige Feiern, ist die Schuleinführung nicht in einem Jahr mit dem gleichen Zauber nachholbar", heißt es in dem Schreiben, das "Freie Presse" vorliegt.

Klar sei aber auch, so Krüger weiter, dass angesichts der Coronapandemie Hygienestandards einzuhalten seien und auf größere musisch-kulturelle Einlagen und Menschenansammlungen auf engem Raum verzichtet werden müsse.

Um die Abstandsregeln einhalten zu können, biete er Räumlichkeiten der Stadt wie die Nikolaikirche und den Städtischen Festsaal an: "Auch das Tivoli haben wir vorsorglich reserviert." Für all diese Objekte gebe es bereits Hygienekonzepte, auf die aufgebaut werden könne. Die Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf beispielsweise werde die Nikolaikirche für den Schulanfang nutzen. Krüger bietet den Freiberger Schulleitern in dem Rundschreiben sogar an, die Mietkosten für den Schulanfang zu übernehmen.

Das Sächsische Kultusministerium hatte Anfang Juni per Rundschreiben mitgeteilt, dass hinsichtlich des Infektionsschutzes mit Zustimmung der Schulleitung wieder Veranstaltungen wie Zeugnisausgaben und Elternabende in den Schulen stattfinden könnten. Dabei sei unter anderem auf Abstand, ausreichende Belüftung und möglichst eine festgelegte Sitzordnung zu achten. Personen mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen dürften nicht teilnehmen; wenn solche Symptome während der Veranstaltung aufträten, müssten die Betreffenden isoliert werden. Das Ministerium übermittelte auch eine Checkliste zur Risikobewertung bei Veranstaltungen.

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