Schulstandort steht vor der Rettung

Eine Initiative kämpft schon seit Jahren um den Erhalt der Lippersdorfer Bildungseinrichtung. Nun bahnt sich eine Lösung an.

Lippersdorf.

Eine Stadt, drei Grundschulen, auf Dauer aber zu wenige Schüler: Ob und wie die drei Standorte in Lengefeld, Pockau und Lippersdorf erhalten bleiben können, wird in Pockau-Lengefeld schon seit Jahren diskutiert. Fakt ist: "Im Stadtgebiet wird es mittelfristig nicht genügend Kinder für drei Grundschulen geben", verdeutlicht Bürgermeister Ingolf Wappler. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Aus der staatlichen Bildungseinrichtung im Ortsteil Lippersdorf soll eine Grundschule in freier Trägerschaft werden. Der Vorteil: Sie müsste sich nicht an bestehende Schulbezirke halten, könnte Kinder aus anderen Orten aufnehmen und würde somit auch alle Standorte retten.

Eine Initiative beschäftigt sich schon länger mit dem Thema, sagt Pfarrer Michael Escher. 2017 gründete sich daraus der Evangelische Schulverein Pockau-Lengefeld. Escher übernahm den Vorsitz. Bei der Suche nach einem geeigneten Gebäude fiel die Wahl schließlich auf die Grundschule in Lippersdorf. Nicht nur, weil auf lange Sicht die Standortsicherheit der staatlichen Grundschule nicht gegeben ist, sondern auch, weil sich der unmittelbar angrenzende Kindergarten mit Hort schon in Trägerschaft der Kirchgemeinde befindet, sagt der Pfarrer. Die Freie Schule soll eine Alternative zu staatlichen Einrichtungen im ländlichen Raum bieten. Denn die nächsten vergleichbaren Bildungseinrichtungen befinden sich in Annaberg und Freiberg. Das Konzept der künftigen Evangelischen Grundschule sei angelehnt an den Montessori-Ansatz - getreu dem Leitsatz: "Hilf mir, es selbst zu tun." Als Grundlage dient aber der sächsische Lehrplan.

Mit den Stadträten habe es bereits Gespräche gegeben, die Resonanz zu den Plänen sei überwiegend positiv, sagt Bürgermeister Wappler. Auch der Ortschaftsrat begrüße die Pläne. "Es könnte eine Rettung der Grundschule sein", ergänzt Ortsvorsteher Michael Gasch. Weniger begeistert von dem Vorhaben sei hingegen der Förderverein, erklärt Pfarrer Escher. Um ein drohendes Aus der Lippersdorfer Grundschule abzuwenden, hatte sich 2015 ein Förderverein gegründet. Bei den Mitgliedern sorgen die Pläne für gemischte Gefühle. "Wir sind ein Stück traurig über die Veränderung, sehen darin aber auch eine Chance für das Dorf", sagt der Vorsitzende Daniel Großmann. Der Verein konnte jährlich 6000 bis 8000 Euro akquirieren, die in die Schulsanierung und in Inventar investiert wurden, um die Lern- und Lehrbedingungen in Lippersdorf zu verbessern. Letztlich ist Großmann aber froh, dass die ewige Diskussion um die Schulschließung mit den neuesten Plänen ein Ende hat.

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