Schwartenberggemeinde von Schlaglöchern übersät

Der Ärger ist groß in Neuhausen, denn die Straßen sind löchrig. Kritik auch in Dresden scheint bisher nicht zu helfen. Nur einen Lichtblick gibt es.

Neuhausen.

Die Fahrbahn von Schlaglöchern gesäumt - so präsentiert sich manche Straße im Erzgebirge. Mehr noch: Autos kommen oft nur noch im Slalom vorwärts. Besonders in Neuhausen haben Schnee, Frost und Wasser den Verkehrswegen stark zugesetzt. Der Erholungsort gehört zu den Regionen, die laut Bürgermeister Peter Haustein (parteilos) besonders stark betroffen sind.

Die Staatsstraße 207, sie verläuft von Sayda über Neuhausen nach Tschechien, wie auch die Staatsstraße 211 zwischen Olbernhau und Neuhausen in Richtung Cämmerswalde sind laut Haustein in der Ortslage nur noch Hindernisstrecken. Der Ortskern samt Ausfallstraßen sei von Schlaglöchern übersät. Inzwischen liege wenigstens für jenes Straßenstück im Ortsteil Cämmerswalde in Richtung Rechenberg-Bienenmühle, das sich ebenfalls in katastrophalem Zustand befindet, laut Haustein vom Landkreis eine Zusage für den Bau 2019/2020 vor.

Einer, der sich mit dieser Situation am Fuße des Schwartenberges nicht abfindet, ist Mario Schmieder. Der Unternehmer aus Neuhausen ist sauer. "Wir sind bei uns schon einiges gewöhnt, und dass dieses Jahr ein harter Winter herrscht, wissen wir alle. Doch wir können nicht hinnehmen, dass unsere Straßen schon seit vielen Jahren nur geflickt wurden. Ich bin jeden Tag unterwegs, aber solche schlechten Straßen und in dieser Häufung wie bei uns, habe ich noch nicht erlebt. Ich weiß nicht, was das noch mit einer guten Infrastruktur zu tun haben soll", macht der Neuhausener seinem Ärger Luft. Er habe schon eine Menge Verbündete gefunden, die mit ihm gegen diese unzumutbare Situation angehen wollen.

Der Eigentümer des Neuhausener Nussknackermuseums, Uwe Löschner, ist zugleich Touristiker und fährt zu Messen. "Ich bin täglich durch meine dienstlichen Fahrten in alle Richtungen unserer Region unterwegs. Man weiß oft nicht mehr, wie man fahren soll. Es ist eine Zumutung. Ich werbe auf den Messen für unsere Region. Aber ich weiß nicht, wie ich den Touristen erklären soll, wie sie, ohne ihre Stoßdämpfer zu strapazieren, zu uns nach Neuhausen kommen", kritisiert der Geschäftsmann. Er verweist zudem auf Tschechien und Österreich, wo er noch keine solchen schlechten Straßen erlebt habe. "Wir haben zu DDR-Zeiten schon geschimpft, aber diese Situation ist fast noch verschärfter", sagt er. Er denke dabei gar nicht an die zwei Brücken in der Gemeinde, die sich schon jahrelang in marodem Zustand befinden, ergänzt Löschner, der für die CDU im Gemeinderat sitzt.

Die Situation ist auch für Bürgermeister Peter Haustein unerträglich. Er könne den Ärger der Bürger sehr gut nachvollziehen, da die Straßenschäden seit vielen Jahren ein Problem darstellten. Das sei nun durch den intensiven Winter noch krasser geworden. "Ich habe Ende Januar dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) diesen kritischen Zustand beschrieben und das Schreiben auch an die Sächsische Staatskanzlei gesendet. Es gibt noch keine Antwort", sagt Haustein.

Dem Lasuv ist der Zustand der Staatsstraße 211 in Neuhausen einschließlich Winterschäden bekannt, heißt es auf "Freie Presse"-Nachfrage von Sprecherin Isabel Siebert. Die Verkehrssicherungspflicht obliege dem Landkreis Mittelsachsen, der auch bei Gefahr Maßnahmen ergreife. Die Straßenmeisterei Brand-Erbisdorf werde darüber hinaus, sobald es die Witterung zulässt, die Löcher mit Kaltmischgut ausbessern. "Erst wenn auch wieder Heißmischgut an den Mischanlagen verfügbar ist, wird eine effektivere Beseitigung der Winterschäden erfolgen", ergänzt sie und fügt an: "Leider ist der Zustand weiterer Staatsstraßen in Mittelsachsen noch dringlicher zu verbessern, sodass die S 211 in Neuhausen nicht in das mittelfristige Erhaltungsbauprogramm 2019 bis 2022 eingeordnet werden konnte."

Anders hingegen sieht es laut Lasuv bei der Staatsstraße 207 aus: "Im Programm 2019 bis 2022 ist eine Fahrbahnerneuerung nördlich von Neuhausen auf 2,8 Kilometern vorgesehen. Aussagen zu Kosten und dem Jahr der Umsetzung sind noch nicht möglich", so die Sprecherin. Bis dahin werde die Straßenmeisterei für die S 207 einen verkehrssicheren Zustand gewährleisten. Einige Neuhausener wollen laut Haustein den Zustand mit einer Drohne filmen "und die Ergebnisse bei den entsprechenden Stellen dokumentieren", sagt er.

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