Schwerbehinderte ohne Maske dürfen nicht in Fachmarkt rein

Ein Weißenborner und sein Sohn durften im Freiberger Elektronikfachmarkt Expert ohne Mund-Nasen-Abdeckung nicht einkaufen. Dabei haben beide einen Schwerbehindertenausweis. "Freie Presse" fragte nach.

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1919 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    3
    neuhier
    08.12.2020

    @Lola: Aber die Menschenmassen bei IKEA machen Ihrer Freundin keine Angst?

  • 3
    7
    Lola
    08.12.2020

    Nur Mal so am Rande:
    Ekea macht auch bei vorliegen Attest von ihrem Hausrecht gebrauch.
    Ob das so ganz richtig ist moralisch gesehen. Ist fraglich denke ich. Wenn wirklich ein ärztliches Attest vorliegt.

    Das weiß bloß von meiner Freundin. Die aufgrund von Panikattacken unter Masken ein Attest vom Psychiater hat.

  • 15
    4
    arnoldu
    04.12.2020

    Die Beiträge, welche bis jetzt deutlich mehr Befürworter haben, drücken wesentlich auch meine Meinung aus. Ich war über 25 Jahre in einem sehr gut qualifizierten medizinischem Beruf tätig, aber aktuell in voller Erwerbsminderungsrente, auch mit Covid Risiken.
    Zum Fall in dem Fachmarkt müsste man den Grund der Behinderung kennen.
    Aber aus meiner Berufserfahrung: es sollte hier wirklich nicht pauschal mit dem Ausweis argumentiert werden, sondern mit konkreten Fakten! Natürlich soll keiner der Betroffenen seine Diagnosen erklären müssen, aber schon ein extra Attest vorweisen, welches vom MSN befreit. Ich habe auch Behinderte kennenlernen müssen, welche der Meinung sind, deswegen anderen "auf der Nase rumtanzen" zu können.
    Und überhaupt: es darf nicht immer jeweils soviel auf den einzelnen Maßnahmen rumgeritten werden, mal Maske, mal Kontakt, dann die Weihnachtsmärkte, usw.
    Nur das Zusammenspiel aller Beschränkungen kann hier was bringen!

  • 10
    14
    mops0106
    03.12.2020

    Wer einen Schwerbeschädigtenausweis hat und die Maske tragen möchte/ kann, kann das tun. Aber keiner, egal ob maskentragender Schwerbehinderter oder Gesunder, sollte sich anmaßen, für andere, die er nicht kennt, einzuschätzen, ob das Tragen möglich ist oder nicht.
    Fakt ist: In der sächsischen Verordnung steht: Ausweis oder Attest (ohne Nennung der Diagnosen). Es steht auch, dass ich am öffentlichen Leben teilnehmen darf (Läden, ÖPNV...). Gleichzeitig steht, dass der, der das Hausrecht hat, auch anders entscheiden kann. Damit ist der Staat fein raus, schützt sich vor Klagen/ Zahlungen. Aber Schwerbehinderte werden trotzdem angefeindet seit Monaten und z.T. am öffentlichen Leben gehindert. Ich trage die Maske oft, obwohl es mir nach einigen Stunden unterwegs sein noch schlechter geht, als so schon. Aber es gibt Stunden/ Tage, da geht es nicht. Erst vorige Woche hat jemand im Bus zu mir gesagt, dass er mir den Tod wünscht.

  • 18
    3
    Lola
    03.12.2020

    Also ich habe zwar selbst einen Schwerbehindertenausweis mit einem GdB von 90 bei einigen Hirnerkrankungen usw.

    Bis jetzt war mir diese Rechtslage nicht bekannt.

    Aber ich mir wurde schon im Netto der Zutritt verwehrt. Weil, ich NICHT mit dem Einkaufskorb rein kam. Sondern mit meinem Rollator. Nach dem ich mit meinem Vater meine Sachlage erklärte gings, dann eine Woche später ohne Einkaufswagen in den Netto.

    Also ich sags mal so, wer eine Maske als Schwerbehinderter tragen kann. Sollte nicht nur weil, er einen Schwerbehindertenausweis hat die Maske verweigern. Denn schließlich schützt er sich und andere Menschen!

  • 21
    3
    Lilaleene
    03.12.2020

    Ich verstehe beide Seiten ein bisschen, finde aber auch, dass Schwerbeschädigte, die keine Erkrankung der Lunge o. ä. haben, zu ihrem eigenen Schutz die Maske tragen sollten, da sie wohl definitiv zu einer Risikogruppe gehören.
    Es ist sicher auch für Ladenbetreiber nicht einfach, mit solchen Ausnahmeregelungen umzugehen. Sämtliche Auflagen sollen sie beachten und kontrollieren, ständig kommt etwas Neues dazu. Womöglich gab es in dem betroffenen Geschäft schon Fälle von Missbrauch dieser Maskenbefreiung, sodass man da vorsichtig geworden ist.
    Mir selber ist es allerdings lieber, wenn es ernsthafte Kontrollen der Maskenpflicht gibt, als wenn es -wie schon häufig erlebt- Personen gibt, die sich ungestraft nur den Kragenzipfel ihrer Jacke vor den Mund halten, und das auch nur, wenn jemand sue direkt anschaut

  • 8
    19
    saxon1965
    03.12.2020

    Die ganze Diskussion veranschaulicht, dass uns eines absolut abhanden zu kommen scheint. Das eigene Denken, die selbst bestimmte Gewalt über seinen Körper und seine Gesundheit und vor allem auch der Blick auf die Relationen.
    Was meine ich? Ganz bestimmt plädiere ich nicht für Rücksichtslosigkeit oder Draufgängertum. Aber bitte rechnen sie die Wahrscheinlichkeit aus, sich an einem Menschen mit Schwerbehindertenausweis mit Corona anzustecken. In einer solchen Situation ist doch wohl der Schwerbehinderte Mensch am meisten gefährdet.
    Wie war das doch gleich mit Virenlast, Abstand und Verweildauer? Wie lange sind Viren infektiös auf trockenen Flächen und in der Raumluft (20°C)? Wir reden hier von einer großen Geschäftsfläche, keinem Tante-Emma-Laden.
    Wie hoch ist die Schutzwirkung der s. g. Alltagsmasken, wenn die Ansteckungen doch wie wild um sich greifen?
    Was kommt da noch auf uns zu, Herr Winkler? Eintritt nur mit Impfnachweis?

  • 33
    7
    ibleier
    03.12.2020

    Was hat der Schwerbehindertenausweis mit Befreiung von der Maskenpflicht zu tun?????????????
    Ja, ich habe auch einen solchen Ausweis. Und ja, man muss etliche Einschränkungen nachweisen, um ihn zu bekommen.
    Aber ein Freibrief zur Befreiung von der Maskenpflicht ist er definitiv nicht.
    Ich trage z.B. Maske mit absoluter Disziplin. Grund hierfür ist, dass mich die Einschränkungen, für die ich einen Schwerbehindertenausweis erhalten habe, eben gerade auch zur Risikogruppe für Corona machen.
    Bitte, liebe Ausweisinhaber, benutzt euren Ausweis nicht als Alibi für eine Maskenverweigerung. Dies wirft definitiv ein schlechtes Licht auf alle Scherbehinderten!

  • 13
    10
    censor
    03.12.2020

    @neuhier - Bei Tumorerkrankungen erhält der Patient befristet für eine bestimmte Zeit IMMER einen SB-Ausweis (in vielen Fällen sogar mit 100% GdB). Er wird meist wieder aberkannt, wenn der Krebs als geheilt gilt. Es ist also eine Sonderregelung, welche der besonderen Belastung einer lebensbedrohlichen Erkrankung Rechnung tragen soll - aber eben nur temporär.

    Es hindert doch ihre Bekannte auch niemand daran, eine Maske zu tragen.
    Die Befreiung ist keine bindende Verordnung für den Betroffenen.

  • 26
    9
    Hase
    03.12.2020

    @censor-Durch das Masketragen wird die Weiterverbreitung des Virus verhindert. Ich wüsste nicht, dass ein Schwerbehindertenausweis bzw. Attest das auch können. Der Leiter dieses Geschäftes hat aufgrund seines Hausrechts zugunsten des Gesundheitsschutzes seiner Kunden und Mitarbeiter entschieden.

    Mein Verwandter ist zu 100 % schwerbehindert und hat jetzt noch einen Lungenschaden. Aber auf das Recht, ohne Maske in öffentliche Einrichtungen zu gehen, beruft er sich nie. Er trägt immer Maske, weil er die Notwendigkeit einsieht. Herr Kluge wurde ja immerhin in einem anderen Elektrofachmarkt bestens behandelt

    @1899824-Meiden Sie doch solche Geschäfte, ich fühle mich dort besonders sicher.

  • 28
    10
    vomdorf
    03.12.2020

    Eine Bekannte von mir (in BW) hat sich sofort nach Bekanntwerden der Maskenpflicht eine Befreiung vom Arzt geholt.
    Ich:“ Aber du bist doch wegen deines Rückens schwerbeschädigt, hast kein Asthma oder so.“
    Sie:“Ich setz doch nicht so ein Ding auf, wie das aussieht.... meine Freundin hat sich auch gleich eine Befreiung geholt.“

    Ich möchte nicht wissen, wieviele es von solchen Leuten gibt.
    Aber jeden Tag mehrere Disconter nach Schnäppchen abgrasen.

    Herr, wirf Hirn oder Steine.....egal, Hauptsache, du triffst.

  • 20
    9
    872889
    03.12.2020

    @1899824: Oder erst recht besuchen, denn die freie Entscheidung des Händlers ist konsequent, nachvollziehbar und richtig.

    Bezüglich einer eventuell tatsächlich aus medizinischen Gründen gerechtfertigten Maskenbefreiung kann die Vorlage eines Schwerbeindertenausweises nicht das geeignete Mittel sein. Diesen Ausweis gibt es aufgrund einer Vielzahl von gesundheitlichen Gründen, die wenigsten Behinderungen rechtfertigen aber einen Maskenverzicht. Und der ggf. berechtigte Personenkreis sollte sich dann ohnehin vor dem Virus besonders in Acht nehmen.

  • 21
    6
    neuhier
    03.12.2020

    @censor: Eine Bekannte von mir hat einen Schwerbehindertenausweis nach einer Brustkrebs OP. Sie hat keinerlei Probleme mit Kreislauf oder Atmung und trägt selbstverständlich Maske. Deshalb fragte ich nach.

  • 11
    19
    censor
    03.12.2020

    Es scheint allgemein ein Missverständnis vorzuliegen, wenn man Maskenbefreite diskriminiert oder sogar beschimpft u ausgrenzt.

    Ich hatte heute ein Einkaufserlebnis, bei der eine ältere Dame mich unwirsch ankeifte, ich wisse wohl nicht, wie es auf einer Intensivstation zugehe, wenn ich so ohne Maske rumlaufe. Hätte ich erst dort gelegen, würde ich wohl eine tragen.

    Ich antwortete: Danke, liebe Frau, dass SIE eine tragen. Sie tun es für Menschen wie mich, die keine Maske tragen können und deshalb befreit sind. Man schützt nämlich nicht sich, sondern andere. Sie schaute mich ganz verdattert an.

    Es ist offenbar bei manchen immer noch nicht angekommen, dass Befreiungen von der Maskenpflicht einen Sinn haben: fällt nämlich jemand damit um und verletzt sich, würde der Staat dafür haften, wenn er diese Ausnahmen nicht zuließe.

    Das zeigt auch, wie paradox die Maskenpflicht an sich eigentlich ist, da ja gerade die Risikogruppen davon befreit werden.

  • 21
    16
    censor
    03.12.2020

    @neuhier - Sie scheinen nicht zu wissen, wie hoch die Latte hängt, bevor man in den Besitz eines SB-Ausweises von mind. 50% (denn erst dann ist man schwerbehindert i.S.d. Gesetzes) kommt. Es müssen dauerhafte und schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen bestehen, die so gut wie immer auch Einfluss auf Herz-Kreislauf und Atmung haben. So muss zB ein Gehbehinderter oder Herzkranker sich mehr anstrengen, um sich fort zu bewegen, was die Atmung erschwert.

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man schon einen ganz schönen Diagnosen-Katalog nachweisen muss, bevor man den Status erhält. (Bin seit 20 Jahren SB-Ausweis-Inhaber).

    Mir kommt es gegenwärtig so vor, als neideten manche Mitmenschen uns Schwerbehinderten den anscheinenden "Vorteil" der Maskenbefreiung. Ich kann ihnen versichern: die Krankheiten, welche zur Einstufung führten, will dagegen keiner haben.

  • 35
    14
    neuhier
    03.12.2020

    Habe ich hier ein Verständnisproblem? Warum ist man mit Schwerbehindertenausweis automatisch von der Maskenpflicht befreit? Die Behinderung kann doch komplett andere Gründe als die Atmung haben? Jemand mit Rollstuhl kann problemlos Maske tragen, oder? Und ärtzliche Atteste werden derzeit ja wohl auch häufig gefälscht oder eher als Gefälligkeit als aus ärztlicher Notwendigkeit ausgefüllt. ich kann die Läden verstehen und auch, dass geprüft wird, ob die Möglichkeit einen MNS nicht doch besteht.

  • 23
    4
    Raphael
    03.12.2020

    Ich verstehe beide Seiten sehr gut. Nicht ganz einfach so eine Situation.

  • 12
    27
    nnamhelyor
    03.12.2020

    Sich als Geschäftsführer der RFE auf die Corona-Schutzverordnung berufen und dann aber den ebenso gültigen Absatz mit der Möglichkeit zum Maskenverzicht nicht akzeptieren?! Hier werden Gesetze/Verordnungen sehr einseitig auslegt. Wir werden dieses Geschäft aus Solidarität mit den benachteiligten Menschen unserer Gesellschaft jetzt und in Zukunft meiden! Die Verantwortlichen haben deutlich zum Ausdruck gebracht welchen Stellenwert diese in ihren Augen haben.

  • 13
    34
    1899824
    03.12.2020

    Läden mit solchen Methoden einfach meiden!