Seelsorgerin appelliert an Mut und Zuversicht

Pfarrerin Astrid Reglitz hält bei Parteitreffen vielbeachtete Andacht

Siebenlehn/Obergruna.

"Lassen wir uns nicht von Angst treiben, sondern von Zuversicht!" - Der Appell von Pfarrerin Astrid Reglitz (Bild) zum CDU-Kreisparteitag am Wochenende in Siebenlehn hatte Symbolkraft: Die Andacht der Seelsorgerin der Kirchgemeinden Siebenlehn, Obergruna und Hirschfeld zu Beginn der Mitgliederversammlung fiel in eine Zeit der Diskussionen um die Zukunft und die Ziele der Union in Mittelsachsen, um verlorene Bürgermeisterposten, Wahlerfolge der AfD, CDU-Werte und Flüchtlingspolitik.

Astrid Reglitz, Mutter von vier Kindern, das jüngste gerade sechs Monate alt, war der Einladung des Kreisvorstandes einer Partei gefolgt, deren Mitglied sie nicht ist. Sie wäre auch zu jeder anderen demokratischen Partei gekommen, betonte sie nach der Veranstaltung.

Mit ihrer viel beachteten Andacht traf sie den Ton der Zeit, sprach die Sorgen und Gedanken der Zuhörer an. Dabei setzte sie viele Probleme dieser Tage ins Verhältnis: Worum, fragte die 37-Jährige, müssen wir uns eigentlich Sorgen machen, und antwortete: Wohlstand, Krieg und Unterdrückung sind es nicht. Dafür wies sie auf die Sorgen der Demokraten hin, dass undemokratische Stimmen Ängste der Menschen schüren und ihre Sorgen für sich nutzen könnten. Oder auf die Angst in einer stark alternden Gesellschaft, abgehängt zu sein. Sorge ist auch das Thema eines Bibelzitates aus dem ersten Petrus-Brief, das sie für ihre Andacht ausgewählt hatte: "Alle eure Sorgen werft auf ihn. Denn er sorgt für euch."

Reglitz, die Doktor der Theologie ist, verband ihre Worte mit einem Appell an Eigenverantwortung und Mitmenschlichkeit: Nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, wie oft in der politischen Debatte Praxis, weil sie Fehler machen, sondern selbst gestalten. Mit offenem und festem Herzen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit auftreten und jene Menschen abholen, die so stark politisiert sind, dass sie erstmals wählen gehen. Den politisch Engagierten wie den Besuchern der Veranstaltung in Siebenlehn, die in ihrer Freizeit Verantwortung für das Gemeinwohl übernähmen, machte Reglitz Mut, weiter zu gestalten.

Seit mehr als drei Jahren wohnt Astrid Reglitz in Siebenlehn, derzeit ist sie in Elternzeit. Sie stammt aus Nordrhein-Westfalen. Ihr Vikariat, also ihre praktische Ausbildung zur Pfarrerin, absolvierte sie in Dresden. (grit)

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