Silbermann-Gesellschaft ist schneller als die Stadt

Während in der neuen Tourist-Info Handwerker noch ein- und ausgehen, sind die Hüter des Erbes des Orgelbaumeisters einen Schritt weiter. Doch auch sie brauchen Hilfe.

Freiberg.

Von dem Raum mit den Wandmalereien schwärmt Kristine Schmidt-Köpf, schon seit sie ihn zum ersten Mal sah. Die Bilder stammen aus dem Jahr 1601, sie waren schon an der Wand, als Silbermann in dem Haus am Schlossplatz Freiberg darin seine Orgelbauwerkstatt einrichtete. Die Bank nutzte den Raum für Besprechungen. Nun sorgt die Geschäftsführerin der Silbermann-Gesellschaft dafür, dass bald Freiberger und Gäste einen Blick darauf erhaschen können.

Die Überzeugungskraft, mit der Schmidt-Köpf die Pläne der Gesellschaft anpreist und in den schönsten Farben ausmalt, ist unvergleichlich. Bisher hatte die Gesellschaft nur die Räume in der ersten Etage des Gebäudes inne, zu erreichen über den Hintereingang im Hof, vorbei an Autostellplätzen und einem motorbetriebenen Rolltor.

Schon seit sie den Posten im Management der Gesellschaft antrat, träumte Schmidt-Köpf davon, das zu ändern. "Ich habe sogar der Bank einmal vorgeschlagen, vom historischen, zugemauerten Eingang einen Tunnel durch die Filiale zu bauen", sagt sie und lacht. Aber: Der vermeintliche Scherz damals hat wohl langfristig gewirkt. "Ich glaube, ich war die erste, die erfahren hat, dass die Bank auszieht."

Wieder lacht Kristin Schröder-Köpf. Nun ist sie am Ziel: Die Silbermanngesellschaft bekommt Räume im Erdgeschoss gegenüber der Tourismus-Information für ein kleines Museum. Im Raum mit der Wandbemalung sollen Filme gezeigt werden, eine Computerstele soll interaktive Infos bieten, die Orgelwerkstatt für die Kurse und Workshops ist bereits eingerichtet. Während nebenan, in der zukünftigen Tourist-Information noch Handwerks- Arbeiten laufen, die in Verzug geraten sind, weil das Gebäude wider Erwarten über keinen Brandschutz verfügte.

Kristine Schröder-Köpf ist in ihrem Engagement nicht allein. Menschen wie Frank Irmscher, Mitglied im Förderverein, der die kleine Schau mit ausgestaltet, stehen ihr zur Seite.Hilfe braucht die Silbermann-Gesellschaft auch beim großen Thema Finanzen. Deshalb haben die Hüter des Erbes des Orgelbaumeisters eine sogenannte Crowdfunding-Aktion gestartet. Sie suchen Sponsoren und Spenden nun über das Internet. Unter www.startnext.com/silbermann kann jeder Orgelbaufan das Projekt unterstützen. Bisher kamen etwa 2000 Euro zusammen.

Wer nicht sicher ist, ob er mitspenden sollte: Kristine Schröder-Köpf anrufen. Sie wird sicherlich die Zweifel ausräumen. (fhob)

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