Silbermannmuseum ist großer Brocken im Haushalt

In ungewöhnlicher Runde hat der Frauensteiner Stadtrat über den Haushalt 2020 debattiert. Mehr Geld als geplant wird nötig. Doch die Stadt will Straßen instandsetzen, an der Burgruine reparieren und Geld für das Vereinsheim in Kleinbobritzsch ausgeben.

Frauenstein/Dittersbach.

Die Tische weiter auseinander und maximal an den beiden Stirnseiten besetzt, die wenigen Gäste auf Stühlen entlang der Wand platziert - in völlig anderem Bild hat der Frauensteiner Stadtrat am Montagabend getagt. Um die Sicherheitsvorschriften in der Coronazeit umzusetzen, wählte das Gremium die Mehrzweckhalle in Dittersbach für eine öffentliche Beratung, die einschließlich dem Stadthaushalt 2020 eine lange Tagesordnung vorsah. Wesentlicher Bestandteil der anschließend mehrheitlich beschlossenen Haushaltssatzung: Ausgaben für das neue Silbermannmuseum sowie das künftige Vereinshaus mit Feuerwehrgerätehaus in Kleinbobritzsch.

Doch im Instandhaltungs- sowie im Investitionsplan der Stadt stehen neben diesen beiden finanziellen Brocken weitere Vorhaben, die Geld kosten. Dazu gehören zum Beispiel Instandhaltungen an Straßen, die mit 40.000 Euro beziffert werden, die Unterhaltung von Gewässern im Umfang von 27.000 Euro, Restaurierungen am Silbermannpfad für 19.000 Euro, aber auch der Zaunbau am Friedhof Dittersbach mit 12.400 Euro, Arbeiten an der Burgruine für 10.000 Euro und weiteres.

Der eng bemessene Haushaltsteil für investive Maßnahmen - insgesamt sollen knapp 2,49 Millionen Euro ausgegeben werden - veranlasste Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos), auf die insgesamt schwierige Situation einzugehen. Er sprach von Gewerbesteuerausfällen, bedingt durch die Coronakrise. Die Stadt nimmt ohnehin nicht viel Gewerbesteuer ein, weil es keine großen Betriebe gibt. Aber: "Auch Gewerbetreibende lassen jetzt ihre Steuervorauszahlungen auf Null setzen", erklärte Kämmerin Carola Kern. Die Höhe der Steuereinnahmen sei deshalb unklar, der Ausfall könnte etwa 80.000 Euro betragen.

Dennoch will die Stadt an ihren größten Baumaßnahmen festhalten: Das sind die Sanierung des Hauses Markt 4 für das künftige Silbermannmuseum und der Umbau des Feuerwehrdepots in Kleinbob-ritzsch zu einem Vereinshaus mit Gerätehaus für die Stadtteilwehr. Insgesamt rund 300.000 Euro sind für das Projekt vorgesehen. Und wenn auch die Förderung über Leader dabei laut Reiner Hentschel etwa 200.000 Euro beträgt, muss die Stadt noch etwa 100.000 Euro selbst aufbringen. Möglicherweise könnte diese Summe über eine Feuerwehrförderung reduziert werden. Die Stadträte bekannten sich zu dem Vorhaben. Bislang sind etwa 15.000 Euro an Planungsleistungen und Vorbereitungen in das Vorhaben geflossen. Die Baugenehmigung liege vor, verwirklicht werden soll der Umbau in diesem und im nächsten Jahr. Mehrheitlich stimmte der Stadtrat dafür, den Rohbau für das Vereinshaus an die Firma Bau Hartmann in Rechenberg-Bienenmühle zu vergeben. Die Kosten betragen rund 93.000 Euro.

Für die Gebäudesanierung des neuen Silbermannmuseums will die Stadt, so kündigte der Bürgermeister an, in den nächsten Tagen einen Antrag auf Nachfinanzierung in Höhe von etwa 500.000 Euro stellen. Im Haushalt 2020 sind zudem etwa 448.000 Euro eingeplant. Das Geld soll für die Museumskonzeption, die Ausstattung und das Schaffen von Barrierefreiheit genutzt werden. Vergeben hat der Stadtrat am Montag Aufträge für den Stahlbau, Tischlerarbeiten und die Schließanlage. Die Ausschreibung zur Endreinigung des Baus erfolgt erneut.

Knapp 1,2 Millionen Euro an Ausgaben umfasst der Haushaltsteil zu Bau und Infrastruktur. Er beinhaltet den Fußweg- und Straßenlichtbau an der Frauensteiner Straße in Burkersdorf - zugehörig zum Bau der Staatsstraße - den Bau des Teichweges in Burkersdorf, das Tourismusprojekt "8000er Blockline" und mehr. Stadtrat Gerd Köhler mahnte eine Bauleitplanung für künftige Haushalte an. Sie fehle seit Jahren.

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