So fit wie Christa bleiben

Christa Rabe engagiert sich seit Jahrzehnten in Mulda für den Sport. Ans Aufhören denkt die 83-jährige Übungsleiterin noch lange nicht. Wer in ihrer Gruppe trainiert, hat nur ein Ziel.

Mulda.

Sieben Männer und eine wieselflinke kleine Frau spielen in der Muldentalhalle. Sie bejubeln jeden Ball, der im Korb landet. Soll das da zwischendrin Christa Rabe sein, die Übungsleiterin, 83 Jahre? Doch sie ist es. Fröhlich und nach dem unentwegten Hin und Her keineswegs außer Puste.

Seit 1994 betreut die Rentnerin zwei Seniorensportgruppen im Dorf. Eine für Männer, eine für Frauen, und immer montags. Zurzeit sind es 22, dabei auch drei Ehepaare. Alle Teilnehmer schwärmen von der ehemaligen Sportlehrerin, die sie fordert, aber nicht überfordert.


"Die Frau ist absolut unglaublich" meint Horst Bernhardt. "Sie macht jede Übung mit." Der Bauingenieur ist mit 84 Jahren bei den Herren der Älteste in der Runde. Der geborene Muldaer zog als Rentner wieder in seine Heimatgemeinde, und er sieht im Seniorensport für sich die Möglichkeit, beweglich zu bleiben und Schmerzen auszutricksen. Roland Weber kommt extra aus Weißenborn zum gemeinsamen Training. "Wir haben alle nur ein Ziel: So fit wie Christa bleiben", sagt er. Seit vergangenem Sommer ist er dabei. "Frau Rabe bereitet die Sportstunden immer genau vor", ergänzt Klaus Werner. "Bei ihr gibt es keinen Einheitsbrei. Für Gleichgewicht und Koordination, was für uns Ältere wichtig ist, zeigt sie uns viele Übungen." Sie sorge für Disziplin und halte die Truppe zusammen.

Auch die Frauen schätzen ihre Übungsleiterin sehr. Die 77-jährige Christine Arnold ist von Anfang an dabei, und mit 86 Jahren freut sich auch Ursel Schlesier auf jede Trainingsstunde. "Ihr Ehrgeiz steckt an", sagt eine andere, Ursula Schlegel. Der Muldaerin ist es wichtig, dass mit dem Sport auch das Soziale gepflegt wird: "Man kann sich doch zuhause nicht einkapseln." Die Jungrentnerin berichtet auch von vielen gemeinsamen Unternehmungen - von Zusammenkünften vor der Sommerpause, bei denen gegrillt wird, oder von gemeinsamen Wanderungen, die Christa Rabe ebenfalls organisiert.

Mit einem "Drei mal Knie hoch" beginnen die Frauen ihren Sport, diesmal auf großen Gymnastikbällen. Auch sie genießen die sportliche Abwechslung, die ihnen Christa Rabe bietet. "Sonst wird es langweilig", erklärt diese. Sie nutzt das umfangreiche Angebot an Sportutensilien, die die Muldentalhalle zu bieten hat, sucht flotte Begleit-Musik aus und baut oft neue Übungs-Elemente ein. Das kann auch mal eine abgewandelte Ballett-Variante sein. Meist kreisen ihre Gedanken schon in der Woche darum. Doch in der Regel arbeitet sie erst am Sonntag das Montagsprogramm aus, wie sie gesteht. Ans Aufhören denkt die vitale Seniorin noch lange nicht, doch sie wünscht sich, dass sie eine junge Frau gewinnen kann, die nach ihr über Jahre den Seniorensport leiten kann. Doch bisher ist noch keine in Aussicht.

Sie ärgert auch, dass Leute den Seniorensport als etwas ansehen, das nur "wahnsinnig alte Menschen" betreiben können. Sie seien ja noch nicht so alt. "Das ist Quatsch, wir machen keinen Schnulli und wir sind eine gute Truppe", betont die Übungsleiterin.

Auch außerhalb des Seniorensports ist Christa Rabe, die vor Jahren von Berlin nach Mulda zog, immer auf Achse. Sie geht wöchentlich kegeln, macht Aerobic, fährt Fahrrad, geht "stöckeln" und schwimmt im Sommer fast täglich im Muldaer Freibad. Falls sie doch einmal daheim sitzt, liest sie mit Vorliebe Krimis und Satire.

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