So schön ist Welterbe

Mit einem Fest hat das Erzgebirge in Freiberg die Titelverleihung zum Unesco-Welterbe gefeiert. Die Zeremonie des Großen Bergmännischen Zapfenstreiches setzte dem Tag die Krone auf.

Freiberg.

Als nach dem Großen Zapfenstreich am späten Samstagabend aus tausenden Kehlen ein Glück Auf über den Freiberger Obermarkt hallt, hatte wohl auch der letzte Gänsehaut. Freiberg hat am Samstag ein Welterbe-Fest erlebt, das reich an Attraktionen, aber ebenso an Emotionen war. "Der Titel adelt das Erzgebirge und macht uns stolz", hatte Oberbürgermeister Sven Krüger zur Eröffnung am Nachmittag erklärt. Und stolz sei er auch, dass für die Titelverleihung und das Fest drumherum die Stadt Freiberg auserkoren worden ist.

"Die Freiberger und ihre Besucher haben ein Faible für den Bergbau, das spürt man immer wieder", sagte Jörg Bräuer. Der Kurator der städtischen Museen Annaberg präsentierte auf der Welterbe-Meile den Frohnauer Hammer und konnte sich über mangelndes Interesse nicht beklagen. Der Andrang auf der Welterbemeile, auf der sich die Bestandteile der Welterberegion präsentierten, war groß. "Wir hoffen, dass durch den Titel nun noch mehr Menschen das Erzgebirge mit seiner reichen Bergbautradition entdecken", sagte Christoph Schröder, Chef des Bergbaumuseums Altenberg.

Nach und nach kamen immer mehr Menschen auf den Obermarkt. Etwa 200 geladene Gäste und tausende Besucher erlebten ab 21 Uhr als Krönung des Tages den Großen Bergmännischen Zapfenstreich mit. Anschließend erhellte ein Feuerwerk den nächtlichen Himmel.

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Menschen, Fakten, Emotionen

App ist da: Pünktlich vor der offiziellen Ernennung der Montanregion zum Welterbe ist eine entsprechende App veröffentlicht worden. Die Anwendung für Smartphones und Tablets liefert Detailinformationen zu den 400Objekten in den 22 Bestandteilen der Montanregion, ordnet diese in den montanhistorischen Kontext ein und liefert vorgefertigte Rad- und Fußtouren. Laut Wirtschaftsförderung Erzgebirge wurde die App mit einer Freiberger Agentur erstellt. Zu finden ist sie kostenfrei im Google-Play-Store und im Apple-App-Store.

Premiere für den OB: Der Große Bergmännische Zapfenstreich war für Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger persönlich eine Premiere: "So etwas habe ich vorher noch nicht miterlebt", sagte er. Den Tag der Entscheidung am 6. Juli in Baku hat der Rathauschef übrigens zuhause auf der Couch live über Facebook verfolgt.

Medieninteresse ist groß: 25 Journalisten hatten sich für den Empfang zum Welterbe-Fest im Rathaus akkreditieren lassen. "Aber wir wissen nicht, wie viele tatsächlich in der Stadt unterwegs sind", sagte Babett Erler von der Stadtverwaltung.

Bergmann mit Leib und Seele: Mit seinem selbst gebauten Buckelbergwerk zog Rolf Steinert auf dem Obermarkt viele Neugierige an. Zwei Jahre habe er seinerzeit gebraucht, um es 1988 fertigzustellen. "Allerdings habe ich nur im Winter daran gebastelt", erinnerte sich der Bergmann. "Es war gerade ein Mann da, der nach Amerika ausgewandert ist", verriet der Freiberger. Und am Dialekt habe er erkannt, dass viele auswärtige Besucher in die Bergstadt gekommen sind.

Kleine Goldgräber in Aktion: Nach Katzengold schürften Kinder am Stand des Bergbaumuseums Altenberg. Christoph Schröder, Chef des Museums, hatte seine Frau Christina mit eingespannt: "Die Kinder freuen sich, wenn sie die glänzenden Steinchen finden und so kann man ganz einfach ihr Interesse wecken."

Viermal Annaberg: "Da ich in Freiberg kein Feuer machen kann, muss ich halt kalt schmieden", sagte Jörg Bräuer augenzwinkernd und schlug mit dem Hammer auf den Amboss. Der Kurator der städtischen Museen Annaberg-Buchholz machte auf den Frohnauer Hammer aufmerksam. Die Bergstadt warb auf der Welterbemeile im großen Zelt auf dem Obermarkt zudem mit St. Annenkirche, Markus-Röhling Stolln und St. Briccius Stollen. (bk)

 


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