Speicherteich mit 3-Sterne-Badewasser

Vor 450 Jahren ist der Erz- engler als Teil des Systems bergmännischer Wasserwirtschaft entstanden. Heute lädt er zum Planschen und Schwimmen.

Brand-Erbisdorf.

So wie der "Erzengler" heute aussieht, lag er schon vor 450 Jahren im Wald südöstlich von Brand-Erbisdorf - allerdings ohne Wasserrutsche, Tretbootschwäne und Eis essende Badegäste.

1568 ist der Erzenglerteich als ein wichtiger Bestandteil des ausgetüftelten Systems bergmännischer Wasserwirtschaft entstanden. Während Jahre zuvor noch Wasserknechte das in die Gruben eindringende Wasser ausschöpfen mussten, wurde das Problem später mithilfe des Ehrenfriedersdorfer Kunstgezeugs technisch gelöst. Das bestand aus mehreren übereinander stehenden und mit Gestänge verbundenen Kolbenpumpen, die sich das Wasser gegenseitig zuhoben, erklärt Thomas Maruschke, Leiter des Museums "Huthaus Einigkeit" in Brand-Erbisdorf. Um beispielsweise das Kunstgezeug in der Grube "Erzengel samt Heiland" zu betreiben, ist der Erzenglerteich angelegt worden. Gespeist wird dieser durch den Münzbach.

Seit 1931 nutzen auch Badegäste den Teich. "Wenige Jahre zuvor hatte es sogar noch Pläne für den Bau eines Freibades im Bereich des heutigen Fußballplatzes Brandsteig, Ecke Haasenweg gegeben", sagt Maruschke. Die hatten sich dann aber zerschlagen. In den letzten zehn Jahren besuchten etwa 180.000 Badegäste den Teich, sagt Hartmut Schmidt, seit 2002 von Seiten der Stadt zuständig für den Badeteich. "Ein besonders gutes Jahr war 2013 mit 27.000 Gästen", hebt er hervor.

Seit 1962 ist der Teich samt Flora und Fauna, seinen Kunstgräben, Röschen und Staugewässern, umliegenden Wander- und Radwegen, Natur- und Bergbaulehrpfad Landschaftsschutzgebiet. Der Erzengler ist heute bekannt für - laut EU-Badegewässerrichtlinie - ausgezeichnete Wasserqualität. Das ist mit drei Sternen die beste Qualität, die ein Badegewässer haben kann. Jährlich wird neu überprüft. "Viele Eltern mit kleinen Kindern legen Wert darauf", so Schmidt.

Am 30. Juni 2018 veranstaltet das Kinder-, Jugend- und Freizeitzentrum (Jufz) gemeinsam mit dem Jugendparlament eine Bootsregatta. Von 10 bis 16 Uhr können sich Teams von bis zu vier Personen mit Ruder- und Tretbooten auf dem Wasser messen. Zwei Boote, die einst zur Betonbootregatta auf dem Soldatenteich zum Einsatz kamen, werden wieder rausgeholt, verrät Jufz-Leiterin Heike Lorenz. "Wir wollen die Tradition mal auf diese Weise würdigen und für Jugendliche und Kinder was losmachen", sagt sie. Die Bootsregatta sei für Jugendliche gedacht; am 3. August bekommen Kinder eine eigene Regatta. In den Ferien, am 5. Juli, können Kinder dabei helfen, das Wasserrad am Museum wieder in Schwung zu bringen; übernachtet wird auf der Reußenhalde. Am 12. Juli gibt es am Museum ein Projekt Spurensuche. Am 19. Juli ist ein Programm mit der Landestalsperrenverwaltung zum Thema Wasserwirtschaft angedacht. Am 26. Juli findet eine Walderlebnistour mit dem Förster statt; am 1. August gibt es eine bergbauhistorische Wanderung am Erzengler.

Die Sonderschau "450 Jahre Erzenglerteich" ist dienstags bis sonntags von 10 bis 12 Uhr sowie 13.30 bis 17 Uhr im Museum Huthaus Einigkeit zu sehen.

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