Sportvereine müssen tiefer in die Tasche greifen

Der Kreissportbund Mittelsachsen hat erstmals seit seiner Gründung die Mitgliedsbeiträge erhöht. Zudem gab es beim Kreissporttag personelle Veränderungen.

Vor zwei Wochen wurden die Kreis-Kinder- und Jugendspiele in Freiberg eröffnet. Dieses Wochenende stehen weitere Wettkämpfe auf dem Programm. Die mittelsächsischen Sportvereine zahlen künftig mehr Beiträge an den Kreissportbund.
Thomas Pretschner - neuer Vizepräsident beim KSB
Kay Richter - Vizepräsidentdes KSB

Von Robin Seidler

In einer ohnehin schon schwierigen Zeit kommen auf die mittelsächsischen Sportvereine noch Mehrbelastungen zu. Erstmals seit seiner Gründung im Jahr 2008 erhöht der Kreissportbund Mittelsachsen (KSB) die Mitgliedsbeiträge. Beim außerordentlichen Kreissporttag in Flöha stimmten am Mittwochabend gut zwei Drittel der Vereinsvertreter für eine jährliche stufenweise Erhöhung bis zum Jahr 2026. Dem Beschluss ging eine konstruktive Diskussion voraus.

"Dass wir mit den Vereinen kommunizieren und danach eine transparente und verantwortungsbewusste Entscheidung treffen, war uns sehr wichtig", sagt Benjamin Kahlert, der KSB-Geschäftsführer. Die bittere Pille für die Vereine dabei: Bis einschließlich 2026 steigen die jährlichen Mitgliedsbeiträge um mehr als 100 Prozent. "Diese Steigerung ist drastisch und unangemessen", sagte Andreas Hammer, der Vereinschef des TSV Medizin Wechselburg. "Wenn wir diese Kosten an unsere Mitglieder weitergeben, bleibt bei uns nur noch eine kleine Anzahl übrig." Für Tommy Haeder vom SV Fortschritt Lunzenau ist die Erhöhung ein "falsches Signal zur falschen Zeit", so der Präsident. "Für uns bedeutet das 1000 Euro Mehrbelastung im Jahr." Dass ein Zeichen gesetzt werden muss, steht auch für André Wolf, den Vorsitzenden des TSV Penig, außer Frage. "Aber es ist nicht gerechtfertigt, bei der Jugend 133 Prozent und bei den Erwachsenen mehr als 100 Prozent mehr zu verlangen." Der Peniger Bürgermeister wollte vom KSB zudem wissen, was der Grund für die Beitragserhöhung ist. Dadurch wurde das Thema Personalkosten ausführlich besprochen.

"Die KSB-Mitarbeiter sind weit weg von einer Tarifbindung", erläuterte Eric Braun, der Präsident des Kreissportbundes. "Doch qualifizierte Mitarbeiter müssen entsprechend entlohnt werden." Sechs hauptamtlich Beschäftigte arbeiten derzeit beim Kreissportbund. Zudem seien die Mitgliedsbeiträge eine Größe, mit der man langfristig planen könne, so Benjamin Kahlert. Dieser Meinung war auch Malte Ruschke. "Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schwierig die Erstellung eines Haushaltsplans ist", so der Schatzmeister und Geschäftsstellenleiter des BSC Freiberg. Andreas Wagner vom SV Union Milkau warb ebenfalls für eine klare Perspektive für die Vereine und den KSB: "Wenn wir weiter existieren wollen, muss der Kreissportbund finanziell gut untersetzt sein und die Geschäftsstelle funktionieren." Der Beschlussvorschlag zur Beitragserhöhung wurde anschließend mehrheitlich angenommen.

Die Mitglieder stimmten auch über zwei Personalfragen ab: Kay Richter aus Döbeln war bereits einige Monate kommissarischer Vizepräsident und für die Finanzen zuständig. Er ersetzt Diana Weiser, die aus privaten Gründen ausschied. Neuer Vizepräsident und im Vorstand ist ab sofort Thomas Pretschner, der bis diesen Donnerstag noch Geschäftsführer des Kreisverbands Fußball Mittelsachsen war. Er rückt für Volker Dietzmann in das Gremium. Der langjährige KSB-Präsident hatte sich entschlossen, nun kürzerzutreten und wurde beim Kreissporttag zum Ehrenmitglied gewählt.

Mitgliederbeiträge steigen um mehr als das Doppelte

Seit 2008 hat der Kreissportbund Mittelsachsen (KSB) die Mitgliedsbeiträge für seine Vereine nicht erhöht. Nun sollen die jährlichen Beiträge bis einschließlich 2026 sukzessive angehoben werden. Bisher zahlte jeder Sportverein an den KSB jährlich 0,75 Euro für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie 1,70 Euro für Erwachsene. Ab 2023 werden 1 Euro (U18) sowie 2 Euro (Ü 18) fällig. Bis 2026 erhöhen sich die Beiträge jährlich um jeweils 25 Cent (U 18) beziehungsweise 50 Cent (Ü 18). Somit sind 2026 pro Person unter 18 Jahren 1,75 Euro und für Erwachsene 3,50 Euro fällig.

Beim Kreissporttag am Mittwoch wurden zwei Ehrenamtler mit dem Sport-Oscar geehrt: Brigitte Krauß vom TSV Medizin Wechselburg sowie Stefanie Jahn vom Verein Cheer & Dance aus Waldheim freuten sich über die Auszeichnungen. Der mitgliederstärkste Verein in Mittelsachsen bleibt der ATSV Freiberg mit 923 Mitstreitern, gefolgt vom ESV Lok Döbeln (755) und dem Gesundheitssport Döbeln (727). (rosd)

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