Stadt prüft Hotline für Risikogruppen

Freibergs OB Krüger ruft zu Besonnenheit auf - Stadtoberhaupt will mit der Kreisbehörde über Hilfen für Einwohner bei der Organisation des Alltags beraten

Freiberg.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) bittet die Einwohner in Zeiten der Coronakrise um Vernunft, Ruhe und Besonnenheit. "Wir müssen jetzt zusammenstehen, dann werden wir diese schwierige Situation gemeinsam meistern", so das Stadtoberhaupt am Sonntag im Gespräch mit "Freie Presse". Seinen Angaben zufolge kommt eine der bislang drei bestätigten mittelsächsischen Corona-Patientinnen aus Freiberg, die anderen beiden Frauen wohnen außerhalb der Bergstadt.

Ab Montag bis zum 19. April werden die Freiberger Schulen und die Kitas in Trägerschaft der Stadt geschlossen. Zudem empfahl das Rathaus die Schließung auch den Kindertagesstätten in freier Trägerschaft. Eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern beispielsweise im Gesundheitsbereich, in der Versorgung, bei Justiz, Polizei und Feuerwehr arbeiten, wird laut Krüger ab Montag in den Einrichtungen organisiert. "Auch jene Eltern, deren Arbeitgeber die Unabkömmlichkeit schriftlich bestätigt, können ihre Kinder in die Notfallbetreuung bringen", so der OB. Auf diese zusätzliche Ausnahme habe man sich in der Stadt verständigt. Krüger betont: "Wir sind davon überzeugt, dass viele Eltern Verständnis haben." Zugleich appelliert er an alle Mütter und Väter, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen. Durch die Notfallbetreuung entstünden den Eltern keine zusätzliche Kosten. Müttern und Vätern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, würden die Kitabeiträge zurückerstattet.

Der Corona-Stab in der Stadtverwaltung, der von OB Krüger und seinem Stellvertreter Holger Reuter geleitet wird, werde am Montag wieder tagen. Der Stadtwehrleiter habe für die Freiberger Feuerwehren die Einsatzstufe 2 beschlossen. Demnach wird täglich die Einsatzbereitschaft kontrolliert. "Und die ist gegeben", so Krüger. Die Arbeit der drei Schichten sei jetzt so organisiert worden, dass die jeweiligen Mitarbeiter möglich nicht miteinander in persönlichen Kontakt kommen - damit die Einsatzbereitschaft auch gewährleistet sei, wenn ein Team in Quarantäne gehen müsse.

Ähnlich organisieren sich Standesamt, Meldewesen und IT-Bereich. Auch dort wurden Krüger zufolge unterschiedliche Teams gebildet, die räumlich getrennt voneinander arbeiten. Dabei werde auch zusätzlich die Außenstelle in Oberschöna genutzt. Das Freiberger Rathaus solle trotz Coronakrise so lange wie möglich geöffnet werden und den Bürgern als Anlaufstelle zur Verfügung stellen. "Wir werden jene Leistungen aufrecht erhalten, die in der jetzigen Situation zwingend nötig sind", so Krüger. Absprachen mit den Ver- und Entsorgungsbetrieben zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur sowie mit den großen Unternehmen seien bereits erfolgt. "Und wir werden je nach Lage und Herausforderung reagieren und entscheiden", so der OB. Auf der Internetseite der Stadt (www.freiberg.de) gebe es aktuelle Informationen zum Geschehen.

Das Wiener Magistrat hat bereits eine Hotline für Menschen eingerichtet, die einer Risikogruppe gehören und Hilfe bei der Organisation des Alltags brauchen, beispielsweise beim Einkaufen oder Besorgen von Medikamenten. Dazu Krüger auf Anfrage: "Das ist eine gute Idee, die wir noch am Montag prüfen werden." Allerdings werde die Freiberger Stadtverwaltung darüber nicht im Alleingang entscheiden. Vielmehr werde sie sich darüber mit der Kreisbehörde abstimmen, wer diese Hilfe für die Bürger organisieren wird.


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