Stadtsheriffs sagen Trinkerszene den Kampf an

Die Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes haben in Freiberg gut zu tun. Nun möchte der OB sogar das Personal aufstocken.

Freiberg.

Betrunkene, die herumpöbeln und Flaschen auf dem Boden zerschlagen, aber auch Obdachlose und Drogenabhängige gehören zum Stadtbild von Freiberg dazu. Das geht aus der Bilanz für das vergangene Jahr hervor, die der Chef des Stadtordnungsdienstes jetzt im Stadtrat präsentiert hat. "Das ist ein Problem", sagte Martin Kittner.

Seit annähernd einem halben Jahr bereiten den Stadtsheriffs, wie die 14 Frauen und Männer des Stadtordnungsdienst im Volksmund genannt werden, besonders die Umtriebe der Trinkerszene am Bebelplatz Sorgen. Das soll sich laut Kittner aber in den kommenden Monaten ändern - und zwar durch eine erhöhte Präsenz, sprich durch Streifen, die dort mehr als bisher nach dem Rechten sehen. Doch auch andernorts liegt offenbar einiges im Argen. Allen voran die Spielplätze der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) geraten verstärkt ins Visier des Stadtordnungsdienstes. "Hier ziehen sich manchmal ganze Trinkerkollektive zurück", brachte es Martin Kittner auf den Punkt. Ruhestörungen, auch Vandalismus seien die Folgen.

Trotzdem: In manchen Bereichen hat sich die Lage verbessert. "Graffiti war 2017 noch ein großes Thema", erklärte der Chef der Stadtsheriffs. Das habe sich voriges Jahr geändert. Als Beispiel verwies er auf das Parkhaus am Tivoli. Seit gut einem Jahr werden die Parkebenen mit Kameras überwacht. Auch die Verschärfung des Ortsrechts hat augenscheinlich gewirkt. Seit August gilt ein Alkohol- und Drogenverbot in städtischen Parks und Grünanlagen. "Seither haben wir im Albertpark keine Probleme mehr", so Kittner.

Auch Erfreuliches hatte er zu berichten. Verzeichneten seine Mitarbeiter 2017 noch 40 Sachbeschädigungen, waren es 2018 nur 11. Auch die Anzahl der Diebstahle, die die Stadtsheriffs registrierten, sanken von 10 auf 3 Fälle. Auffällig außerdem: In den Dörfern rings um Freiberg ist es ruhig, hier passiert kaum etwas, in der Innenstadt sieht die Lage aber anders aus. Während der Stadtordnungsdienst im Vorjahr in Halsbach, Kleinwaltersdorf und Zug lediglich 22 Mal einschreiten musste, waren die Dienste der 14 Frauen und Männer in der Altstadt 515 Mal gefragt. Das liegt womöglich auch an den Aufgaben der Stadtsheriffs. Schließlich kümmern sich diese nicht nur um Trinker, pöbelnde Menschen, Diebe und Vandalen. Die Stadtsheriffs verteilen genauso Knöllchen an Fahrzeuglenker. Und das Gros der städtischen Parkplätze findet sich in der Innenstadt. Nach Angaben von Kittner wird schwerpunktmäßig kontrolliert, ob Engstellen und Rettungswege zugeparkt werden.

"Die Truppe macht einen guten Job", sagte OB Sven Krüger (parteilos). Erst seit 2016 setzt Freiberg auf die Stadtsheriffs. Einen solchen Sicherheitsdienst zu schaffen, habe sich gelohnt. 2019 soll das Personal aufgestockt werden.

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