Staffelstab geht an Brand-Erbisdorf

Der dritte Aktionstag "Gemeinsam leben in Mittelsachsen" findet am 26. Juni statt. Nach Freiberg und Hartha gibt es einen neuen Austragungsort.

Brand-Erbisdorf.

Sucht und Inklusion sind die Themen, um die sich am 26. Juni der dritte Aktionstag "Gemeinsam leben in Mittelsachsen" dreht. Nach Freiberg im Jahr 2016 und Hartha (bei Döbeln) 2017 ist diesmal Brand-Erbisdorf der Austragungsort.

Um den Staffelstab an Brand-Erbisdorfs Stadtoberhaupt Martin Antonow zu übergeben, war Harthas Bürgermeister Ronald Kunze in die Bergstadt gereist, auch um dort über die Erfahrungen von vor zwei Jahren zu berichten.


Von 9 bis 14 Uhr werden die Turnhalle und das Außengelände der Oberschule geöffnet sein. Neben zahlreichen Ständen gibt es Mitmachaktionen. Die Verkehrswacht baut einen Rollator-Parcours auf, der Kreissportbund eine Reaktionswand und das Förderschulzentrum "Clemens Winkler" stellt sich unter anderem mit Reaktionsspielen vor. Sportlich soll es auch zugehen bei der Schützengesellschaft Schönerstadt 1862, die Rollstuhl-Bogenschießen präsentiert. Der Verein Inklusion in Dresden demonstriert, wie spannend Rollstuhl-Rugby sein kann. Ebenfalls mit dabei sind die Jugendfeuerwehr, die Koordinierungsstelle Alphabetisierung, der Kinderschutzbund, die Selbsthilfegruppe "Neue Hoffnung" und ein Pflegedienst.

Ausdrücklich steht dieser Aktionstag allen Interessierten offen. Besonders angesprochen fühlen sollen sich allerdings Schüler. Bereits jetzt sind 260 Jungen und Mädchen aus der Oberschule Brand-Erbisdorf, dem Bernhard-von-Cotta-Gymnasium und der Oberschule Niederbobritzsch angemeldet. Für letztere wird ein Bus-Shuttle eingerichtet. Die Kombination der Themen Sucht und Inklusion sei ganz bewusst gewählt worden, heißt es vom Landratsamt. Denn man wolle Netzwerkpartner vorstellen, die Angehörigen oder Betroffenen helfen können, sei es bei Sucht oder bei anderen, stark beeinträchtigenden Erkrankungen.

"Am Morgen eines Tages wissen wir doch alle nicht, ob wir am Abend wieder gesund ins Bett steigen", sagt Ronald Kunze. "Der Aktionstag ist deshalb eine sehr gute Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen." In Hartha halle der Aktionstag heute noch nach. "Es gab eine große Reaktion darauf und es werden nach wie vor die Themen diskutiert", so Kunze. OB Martin Antonow meint: "Manche Menschen führen aufgrund ihrer Erkrankungen ein Schattendasein. Der Tag ist eine Möglichkeit, neu und vor allem intensiver darüber nachzudenken."

In Brand-Erbisdorf gebe es schon viele Angebote, etwa handwerkliche Lebenshilfe, bei der körperlich oder geistig behinderte Menschen ganz normaler Arbeit nachgehen, Wohngruppen, die Arbeit der Diakonie, des Deutschen Roten Kreuzes oder von Selbsthilfegruppen. "Wichtig ist es, dranzubleiben", sagt Antonow. "Es stärkt die ganze Gesellschaft, auch die Wirtschaft, wenn wir das fördern."

Der Aktionstag "Gemeinsam leben in Mittelsachsen" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises, der Initiative für Demokratie, des Behindertenbeirates und der Stadt Brand-Erbisdorf, organisiert durch den Verein Freiberger Agenda 21 und gefördert über den Aktionsplan "Toleranz ist ein Kinderspiel". Er soll alle zwei Jahre stattfindet.

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