Station 15 fest in Händen der Auszubildenden

Zwei Wochen lang übernahmen angehende Gesundheits- und Krankenpfleger das Zepter. Ihre Arbeit beurteilt haben auch die Patienten.

Freiberg.

Die drei Herren im Patientenzimmer der Station 15 des Kreiskrankenhauses sind gut gelaunt. Die vergangenen zwei Wochen befanden sie sich in den Händen des jungen Nachwuchses, und das war eine willkommene Abwechslung, wie sie meinten.

Die Station 15 der Klinik für innere Medizin mit dem Schwerpunkt Diabetologie wurde 14 Tage lang von Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege geleitet. Sämtliche ihren Bereich betreffenden Abläufe mussten von den 17jungen Leuten, von denen sechs das dritte Lehrjahr demnächst abschließen, elf weitere noch im zweiten Lehrjahr sind, nicht nur ausgeführt, sondern im Vorfeld organisiert und koordiniert werden. Und das im Drei-Schicht-System. Dafür benötigt es eine gewisse Hierarchie. Schon im Januar, mit Beginn der Vorbereitungen, einigte sich das dritte Lehrjahr auf Melissa Helbig als Stationsleiterin.

Es sind nur noch wenige Tage, und die junge Dame hat ihre Ausbildung beendet. Ab 1. September geht sie in den normalen Arbeitsalltag des Kreiskrankenhauses über. "Da ist so ein Projekt ein gelungener Abschluss der Ausbildung", sagt sie.

Bereits im zweiten Lehrjahr hat sie daran teilgenommen. Damals fand es allerdings in der Reha-Klinik am Tharandter Wald in Hetzdorf statt, was mit dem Jubiläum der Einrichtung zu tun hatte. Im Allgemeinen wird das Projekt in Freiberg durchgeführt, woran auch die Azubis aus Hetzdorf beteiligt sind.

Zuständig sind die Schüler, unter ihnen zwei mit vietnamesischen Wurzeln, für die Patientenversorgung. Das schließt Körperpflege, Lagerungen, Blutabnahmen, Medikamentenversorgung und Verbandswechsel ein. "Bei den drei Letztgenannten ist aber immer eine Fachkraft mit dabei", betont Melissa Helbig.

Dokumentation in Patientenakten und Computersystem, Begleitung bei ärztlicher Visite, Bestellungen von Stationsmaterial oder Organisation der Untersuchungstermine - all das gehörte für zwei Wochen zum Verantwortungsbereich der Azubis. "Nicht zuletzt muss darauf geachtet werden, dass die Patienten zu ihren Untersuchungen gebracht werden oder hingehen", sagt Helbig.

Für sie selbst ist noch eine weitere Aufgabe hinzugekommen, denn als Stationsleiterin obliegt ihr die Erstellung der Dienstpläne. "Das ist nicht ganz einfach", meint Melissa Helbig. Auch wenn es dabei hin und wieder zu Diskussionen mit den anderen Schülern kam, missen möchte sie die gemachten Erfahrungen nicht. "Es hat sehr viel Spaß gemacht", bilanziert sie. "Auch weil ich dadurch endlich mal mit den anderen zusammenarbeiten konnte."

Anfangs, gesteht sie, war es für alle etwas schwer, in diese neue Form der Arbeit hineinzufinden. Doch schnell änderte sich das. Inzwischen scheint jeder angekommen. Täglich wurde die geleistete Arbeit zusammen ausgewertet. Ein Stimmungsbarometer bildete die mentale Entwicklung der Teilnehmer ab.

An der generellen Auswertung nehmen auch die Patienten teil. Ihnen wurden Fragebögen gegeben. "Viele von ihnen waren zunächst überrascht, dass Schüler das hier machen dürfen", erzählt die Stationsleiterin auf Zeit. "Aber niemand hatte etwas dagegen, und es gab auch keine Schwierigkeiten."

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