Straftaten von Extremen verharren auf hohem Niveau

Rechte Szene für mehr Delikte verantwortlich als linke Szene

Freiberg.

In Mittelsachsen haben im Vorjahr Rechtsextreme rechnerisch drei Straftaten pro Woche verübt. Landkreisweit verzeichnete das Landeskriminalamt 153 Delikte, die als politisch motiviert gelten und dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Das Gros sind mit 106 Fällen Propagandadelikte wie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Im November beispielsweise hatten Unbekannte ein Hakenkreuz an eine Haltestelle in Göppersdorf geschmiert. Weiteres Beispiel: In Großweitzschen hatte im Juli ein Mann einen Türken verbal beleidigt und ihm im Streit mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Zwischenfall zählt daher zu den Gewalttaten - in Summe verzeichnete das LKA hier fünf an der Zahl. Außerdem fließen neun antisemitische Straftaten in die Statistik ein.

Linksextremen werden im vergangenen Jahr 76 Straftaten zugeordnet, darunter zwei Gewalt- und vier Propagandadelikte. Ein Zwischenfall sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit. Im Januar wurde in Döbeln eine Kugelbombe auf dem Fensterbrett des AfD-Büros gezündet. Ein Schöffengericht verurteilte später drei Männer zu Bewährungsstrafen. Die übrigen Straftaten aus dem linken Spektrum sind breit gefächert. Laut Behördensprecherin Kathlen Zink handelt es sich zum Beispiel um Diebstähle, die eine politische Motivation haben.

Während die rechtsextreme Szene die Ermittler in anderen Regionen öfter beschäftigte - die Landkreise Görlitz und Leipzig weisen mit 201 beziehungsweise 194 Straftaten weit mehr Fälle auf - , sind in Mittelsachsen die Fallzahlen aus dem linken Spektrum relativ hoch. Nur in Chemnitz, Dresden und Leipzig sowie im Kreis Meißen werden mehr solcher politisch motivierten Delikte verübt. (acr)

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