Tablet serviert Nachrichten - aber wie geht das?

Fast 60 Senioren nahmen bereits an einem Kurs im Freiberger "Bunten Haus" teil - und hatten Spaß daran.

Freiberg.

Oh, jetzt ist alles wieder weg. Dabei hatte sie den Termin doch schon eingetragen. Verflixt. Doch die Teilnehmerin im Tabletkurs für Senioren verzweifelt nicht. Schließlich hat sie doch zwei Fachleute an ihrer Seite. Und dumme Fragen gibt es nicht. Das sagt Folker Donner, der die Tabletkurse für Senioren im "Bunten Haus" des Christlichen Jugenddorfwerkes leitet.

"Und wenn eine Frage zum zehnten Mal gestellt wird, wir antworten immer wieder geduldig", sagt der Freiberger, der bei dem Lehrgang von Michael Hunger unterstützt wird. Gestern Vormittag ist der letzte Anfängerkurs vor der Sommerpause zu Ende gegangen. Die fünf Teilnehmer - vier Frauen und ein Mann - sind sich einig: Der Unterricht an Tablet beziehungsweise Smartphone hat viel gebracht. "Und wir kommen wieder", so die 76-jährige Heidi Egert aus Freiberg.

Im Herbst soll neben einem Anfängerlehrgang auch ein Fortführungskurs starten. "Dieser ist für jene gedacht, die schon im Anfängerkurs waren", so Donner. Schwerpunkte seien Anwendungen wie Google Maps, Wandermap, Sky und die App der Deutschen Bahn zur Fahrplanauskunft und für Handytickets. "Wer seine Bankgeschäfte online erledigen will, dem erklären wir, wie das geht", sagt Donner. Der frühere Bergakademie-Mitarbeiter hat die Tabletkurse initiiert.

Bisher haben nahezu 60 Senioren daran teilgenommen, der Älteste war ein 87-jähriger Freiberger. Die Berliner Stiftung "Digitale Chancen" und das Unternehmen Telefonica Deutschland stellten dafür anfangs 21 Tablet-PC, derzeit noch 10 Tablets kostenlos zur Verfügung. Bevor sie ein eigenes Tablet erwerben, können die Senioren das Gerät acht Wochen lang ausleihen. "Wir haben schon ein Tablet gekauft", sagt Christa Schmidtke (73). Während des Kurses sieht ihr Mann Artur ihr meist zu. "Ich beobachte das erst einmal", sagt der 74-Jährige und lacht.

Heidi Egert erzählt schmunzelnd, dass ihre Kinder ihr "ein Handy aufs Auge gedrückt" haben. Sie liebt Handarbeiten. "Wenn ich genähte oder geklöppelte Sachen sehe, kann ich sie mit dem Handy fotografieren und dann nacharbeiten", sagt sie. Eine 69-Jährige aus Brand-Erbisdorf kaufte ein Tablet, wie sie erzählt, weil sie von Papierfotos auf digitale Bilder umsteigen wollte. "Whats-App wollte ich erst gar nicht, aber jetzt habe ich so schon einen Urlaubsgruß von meinen Kindern erhalten", sagt sie.

Nicht nur den Senioren gefällt der Kurs. "Es ist ein dankbares Publikum. Deshalb macht es auch so viel Spaß", sagt Michael Hunger.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...