Tag der offenen Türchen

Hier steht, was wirklich wichtig ist. Heute: Wie der perfekte Adventskalender aussieht und warum es ihn zum Glück nicht gibt.

Heute ist der 8. Dezember und es soll tatsächlich Zeitgenossen geben, die ihren Adventskalender schon heimlich leer gemampft haben. Nicht ohne die Türchen sorgfältig wieder zu verschließen, damit es niemand merkt. Aber, seid gewarnt: Der liebe Gott und die Ehefrau sehen alles!

Manche Freiberger haben ja auch einen der Kalender erstanden, die das Café Hartmann gefüllt hat. Was darin steckt, ist eine Überraschung. Widerlegt ist aber das Gerücht, dass ein echter Freiberger Bauerhase hinter den Türchen herum hoppelt. Dessen Vertrag gilt für diese Jahreszeit nicht. Der hat Zeit bis Ostern. Auch der Lions-Club hat für einen guten Zweck wieder einen Kalender herausgebracht, und diese Exemplare gingen weg wie warme Semmeln, in denen eine Thüringer Rostbratwurst steckt (Ja, bei der Wurst hört der Lokalpatriotismus auf!).

Nun gibt es bei Adventskalendern die verrücktesten Trends. Erwähnt seien "der Psycho-Adventskalender", der Klopapier-Adventskalender zum Abreißen (Papier wiederverwendbar!) und natürlich der Wurst-Adventskalender, von dem man sich jeden Tag ein Scheibchen abschneiden kann. Doch jetzt ist Schluss mit der Salamitaktik. Jetzt wird der ultimative Adventskalender für Freiberg und Umgebung vorgestellt. Die ersten sieben Türchen sind schon geöffnet. Tja, liebe Leser. Da hätten Sie mal schneller sein müssen. Aber es geht ja noch weiter:

8. Türchen: Ein Stollen. Aber bloß nicht reinbeißen! Bei uns weiß doch jedes Kind: Im Stollen stecken nicht Rosinen, Zitronat und Orangeat. Sondern Feldspat, Quarz und Glimmer. Und wenn man so auf Granit beißt,tut'sweh! 9. Türchen: Eine Fachkraft. Ist egal, für was. Hauptsache, sie bleibt für immer bei uns und hat eine Ausbildung als Altenpfleger-Zerspanungsmechanikerin-Lehrer-Krippenerzieher. Jaja, die Krippen müssen endlichmalerzogenwerden! 10. Türchen: Für die Befürworter der Umgehungsstraße um Freiberg gibt es eine Umgehungsstraße aus Holz. Natürlich gedrechselt von den Seiffener Reifendrehern.

11. Türchen: Eine mobile Miniatur-Arztpraxis gegen den Ärztemangel, den es bei uns ja gar nicht gibt. Ist natürlich zu klein, um von Patienten betreten zu werden. Aber das macht nichts. Wenn es so weitergeht, gibt's hier auch bald keine Patienten mehr.

12. Türchen: Ein bisschen Bio-Müll für alle mittelsächsischen Vermieter, die sich von der freiwilligen Biotonne befreit haben. Und die immer noch denken, ein Komposthaufen wäre ein Haufen voller Nachspeise. Für die gibt's Kompost zum Kompott! Bei der Behauptung, der Müll könne kostenlos im Landratsamt entsorgt werden, handelt es sich möglicherweise um eine Fehlinformation. 13. Türchen: Ein Freiberger Rathaus en miniature, mit weiß-gelbem Anstrich. Für Nostalgiker.

14. Türchen: Eine App. Ist egal, für was. Hauptsache, man hat eine App.

15. Türchen: Eine deutsche Kaffeebohne, von deutscher Schokolade umhüllt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

16. Türchen: Ein Schwippsbogen. Manche Witze werden erst durch die Wiederholung richtig schlecht. 17. Türchen: Ein Nasenfahrrad für alle im Landratsamt, die sich mit dem Radwegbau beschäftigen. So ein Nasenfahrrad ist einfach pflegeleichter: Es nimmt den Autos keinen Platz weg, hat keine Lobby und muss nur hin und wieder mit einem Nasenfahrradputztuch gereinigt werden.

18. Türchen: Ein Räuchermännchen. Wegen des Feinstaub-Skandals und der Manipulationen bei der Messung von Schadstoffausstößen erzgebirgischer Räuchergeräte darf es allerdings nicht in geschlossenen Räumen benutzt werden. Weihnachten findet deshalb dieses Jahr auf dem Balkon statt.

19. Türchen: Ein Spahnbaum in Erinnerung an einen früheren Bundespolitiker, den heute kein Mensch mehr kennt.

20. Türchen: Ein gelbes Ampelmännchen, das ein FDP-Parteibuch in der Hand hält. Hilft den Fußgängern über die Straße und der Partei über die Fünf-Prozent-Hürde. Ampelmännel in anderen Farben sind bereits in Vorbereitung.

21. Türchen: Ein Propeller. Den schnallt man sich einfach auf den Rücken und fliegt selbst vom Seilerberg zum Wasserberg zum Schüppchenberg zum Schneckenberg. So spart man sich die Diskussion über die Reform der Reform des Busfahrplans in Freiberg.

22. Türchen: Eine Kartoffel. Nicht etwa aus Marzipan, sondern aus Mulda!

23. Türchen: Eine Silbermünze, eingelegt in erzgebirgischen Kräuterschnaps. So genießt man den Silberrausch im Kleinen.

24. Türchen: Ein Adventskalender. Ohne die nervigen Späße. Einfach nur mit Vollmilchschokolade. Guten Appetit!

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