Tag der Sachsen in Frankenberg: Chancen größer als Risiko

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Positiv fallen die Reaktionen auf die Pläne für die Großveranstaltung 2022 in der Region aus.

Frankenberg.

Auf Anregung von Ministerpräsident Michael Kretschmer prüft Frankenberg eine Bewerbung als Ausrichter des "Tages der Sachsen" 2022. "Freie Presse" fragte, wie die Idee ankommt. Cindy Krause, Geschäftsführerin IHK Regionalkammer Mittelsachsen: Die Stadt hat mit der Landesgartenschau Erfahrungen gesammelt, eine Großveranstaltung mit viel Publikum zu organisieren und Infrastrukturen geschaffen, die nachgenutzt werden können. Das Einwerben von Formaten, wie dem Tag der Sachsen, steht auch immer im Zusammenhang mit der Einwerbung von Fördermitteln und mit erhöhter Aufmerksamkeit für die Stadt und das touristische Potenzial. Andreas Schramm, CDU-Fraktionschef im Stadtrat Frankenberg: Die Stadt macht auf sich aufmerksam und wirbt landesweit für sich. Wir brauchen solche Veranstaltungen nach der Landesgartenschau, um nicht in Vergessenheit zu geraten, gerade im Hinblick auf unser neues Museum. Zu prüfen ist jetzt, ob die Stadt Zuschüsse zahlen muss und ob wir uns das leisten könnten. Und kann das vorhandene Personal das alles stemmen? Steven Kempe, Fraktionsmitglied Die Linke/SPD im Stadtrat Frankenberg: Der "Tag der Sachsen" ist eine schöne Sache. Eine Veranstaltung dieser Größe ist aber auch eine Herausforderung für eine Kleinstadt. Wir müssen das Thema jetzt gemeinsam diskutieren und nach der Einschätzung von Aufwand und Kosten beurteilen, ob wir die richtige Stadt dafür sind. Ralf Schreiber, Oberbürgermeister Mittweida: Wir wissen aus Erfahrung, dass es sich um eine tolle Veranstaltung für eine Kommune handelt. Zwar hatten wir 2009 als Ausrichterstadt Pech mit dem Wetter und so weniger Besucher als erwartet. Dennoch war es für uns finanziell ein Nullsummenspiel. Die Risiken für eine Ausrichterkommune sehe ich nur beim Wetter. Nicht unterschätzen darf man den Aufwand, der mit der Vorbereitung verbunden ist. Das ist nicht von heute auf morgen erledigt. Eine Chance für die Ausrichterstadt liegt darin, mit der Großveranstaltung über die Grenzen des Landkreises hinaus wahrgenommen zu werden. Volker Holuscha, Bürgermeister Flöha: Frankenberg hat mit der Ausrichtung der Landesgartenschau 2019 bewiesen, dass sie ein landesweit bedeutsames Ereignis attraktiv gestalten und bewältigen kann. Es wäre eine wichtige Aufwertung für unsere Region und unseren mittelsächsischen Landkreis. Die naturnahe und besucherfreundliche Umgestaltung der Stadt in den letzten Jahren sind für die Durchführung ideal und würden dem Ereignis 2022 seinen eigenen Stempel aufdrücken. Raik Schubert, Bürgermeister Niederwiesa: Dass der Ministerpräsident die Stadt als Ausrichter ins Spiel bringt, ist eine große Anerkennung und Wertschätzung für Frankenberg. Hier wird das Ergebnis der Organisation und Durchführung der Landesgartenschau aus dem Jahr 2019 widergespiegelt. Ich denke, die Verantwortlichen in Frankenberg sind sich dessen bewusst und werden hier eine gute Entscheidung treffen. Mit den Erfahrungen der Landesgartenschau werden sie auch das finanzielle Risiko abschätzen. Andreas Graf, Bürgermeister Lichtenau: Die Frage an die Stadt ist für mich folgerichtig, schließlich konnte Frankenberg in jüngster Zeit eindrucksvoll demonstrieren, dass es Großveranstaltungen bestens organisieren kann. Auch das in der Stadt rege Vereinsleben trägt dazu bei, dass die Voraussetzungen sehr gut sind. Sicher wird es gerade in diesen unsicheren Zeiten mit dem Coronavirus nicht leicht, die Verantwortung generell und das Restrisiko für einen Ausfall der Veranstaltung zu tragen. Aber ich denke, dass der Stadtrat in Frankenberg das gut abwägen wird. (mit grit/jl)

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