Teuflisch starke Akrobaten

Seit Montag üben Kinder unterschiedlicher Herkunft bei einem Zirkusprojekt in Halsbrücke. Heute ist der Tag des großen Auftritts.

Halsbrücke.

Tamás Markó gibt gekonnt den großen Zampano, oder besser: den Zirkusdirektor. Es ist Tag vier des Projektes in der Sporthalle der Oberschule Halsbrücke und gleich am Morgen kommt es darauf an, die vierzig Kinder so richtig in die Gänge zu kriegen. Mit großen Gesten lässt der Diabolo-Trainer alle hin und her eilen, nimmt sich selbst nicht aus. Dabei schlüpfen die Kinder in die Rollen von Tieren oder Besuchern, damit sie besser in die Atmosphäre und die Arbeit des Tages finden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein solches Zirkusprojekt in Halsbrücke stattfindet. Regelmäßig in den Sommerferien wird es abgehalten. Relativ neu daran ist aber, dass Hortkinder aus Halsbrücke mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien, die in Freiberg leben, zusammen an dem Programm arbeiten. "Das machen wir erst zum zweiten Mal", erklärt Carsten Kohlschmidt vom veranstaltenden und in Freiberg ansässigen Verein Epi-Zentrum. "Über das gemeinsame Erlebnis, das Lernen, kommt man besser zusammen." Da in Halsbrücke keine Flüchtlinge untergebracht sind, ergibt sich für einheimische Kinder ein erster Kontakt und darüber ein besseres Verständnis.

Die kleine Emma ist schon fast ein Zirkusprofi. Zum vierten Mal nimmt sie an dem Projekt teil. Diesmal ist sie in der Diabolo-Gruppe. "Alle sind aufgeteilt in fünf Workshops", erklärt Tamás Markó. "Dazu gehören noch Stabkunststücke, Hula-hoop, Akrobatik und Kugellaufen."  In der Diabolo-Gruppe übt auch Walaa. Sie kommt aus Palästina und ist schon fünf Jahre in Deutschland. "Es macht einfach viel Spaß", sagt sie. Und Rawan aus Syrien liebt es, das Gelernte vorzuführen. "Ein Gefühl für die Bühne zu bekommen ist einfach toll", lacht sie. 

Während in der großen Turnhalle Diabolos tanzen, Hula-hoop-Reifen kreisen und Stäbe balancieren, geht es in der alten Halle daneben noch schweißtreibender zu. Zirkuspädagoge Sebastian Eichhorn bastelt gerade aus seiner neunköpfigen Truppe eine Pyramide.

Oben in der Mitte steht Luise und findet noch nicht den richtigen Halt. "Das ist unter mir zu wacklig", beschwert sie sich, bevor sie mit einem beherzten Hopser die Konstruktion verlässt. "Angst habe ich keine", sagt sie im Anschluss und pustet sich eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht. "Sonst kann man das ja gar nicht machen." Derweil bringt Erzieherin Jana Kohlschmidt ein Bündel Knoblauch in die Halle. "Das wird für die Aufführung gebraucht", schmunzelt sie. "Immerhin lautet das diesjährige Thema 'Geister und Vampire'."

Vorführung: Wie die Kinder die große Vorstellung ausgestalten, davon kann sich heute um 15 Uhr jeder in der kleinen Turnhalle überzeugen. Eingeladen sind die Verwandten - und alle, die es interessiert.

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