"Theater ist immer politisch"

In der Debatte zum Forum "Dialog - Wir haben die Wahl" meldet sich auch Linke-Landespolitikerin Jana Pinka zu Wort.

Freiberg.

Für Jana Pinka sind Theater historisch die Orte der demokratischen Willensbildung: "Die Wiege der Demokratie jedenfalls wird seit ein paar Tausend Jahren dem Theater zugeordnet, wo in der Antike Zehntausende Menschen miteinander kommunizieren konnten." Sie könne nicht erkennen, so die Landtagsabgeordnete und Freiberger Stadträtin der Linken weiter, "dass Veranstaltungen, die der Auseinandersetzung mit aktuellen Themen dienen, nicht dem Gesellschaftszweck des Theaters entsprechen sollten."

Pinka reagiert damit auf die Einschätzung von Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos), das Freiberger Theater habe bei der Veranstaltung "Dialog - Wir haben die Wahl" am 28. März unzulässige Wahlwerbung betrieben. "Theater ist in gewisser Weise immer politisch und dient der Meinungsbildung. Es kann auch ein öffentlicher Ort für Kontroversen und für Streitrunden sein", hält die Freibergerin dagegen. Sie verweist auf Inszenierungen mit politischem Inhalt wie "Anatevka", "Der Konsul", "Safe places", "Fear" und "Der Frieden".


Daher sei ihr die jetzige Diskussion um die Lesung auch unverständlich: "Das Podium war nicht politisch besetzt - eine Buchautorin, ein Journalist und ein Pfarrer diskutierten intensiv mit dem Publikum." Sollte OB Krüger dennoch Recht haben, rate sie den Stadträten in Freiberg und Döbeln sowie den Kreisräten Mittelsachsens dringend an, umgehend die 25 Jahre alten Verträge der Mittelsächsischen Theater und Philharmonie gGmbH "der Moderne anzupassen, wenn die Antike schon mal weiter war!"

Ansonsten werte sie das Vorgehen als Bevormundung und als unerlaubten Eingriff in die Freiheit von Kunst und Kultur. Daher werde sie im nächsten Plenum Kultur-Staatsministerin Eva-Maria Stange zu den Geschehnissen in Freiberg befragen, die sich mit der Erklärung der Kulturminister eindeutig positioniert habe.

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 2 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Bader
    09.05.2019

    Wenn die Diskussion zu gunsten der "Populisten" verlaufen wäre, hätte Frau Pinka gegen das "tendenziöse" Theater gewettert. So lief es aber anders und jetzt fühlt sich die Dame wieder angegriffen...tssss. Danke Herr OB für die sachliche Darstellung. Theater ist immer politisch, ja. Sollte aber nicht für politische einseitige Interessen benutzt werden...



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