Theater soll mehr Touristen anlocken

Der Freiberger Stadtrat hat den Beitritt in die Gesellschaft der Historischen Theater Europas beschlossen. Welche Erwartungen verknüpft die Spielstätte mit diesem Beitritt?

Freiberg.

Das König-Albert-Theater in Bad Elster, das Stadttheater im schweizerischen Solothurn, das Teatro de Rojas in Toledo und das Drottningholmer Schlosstheater nahe Stockholm haben eines gemeinsam: Sie und weitere 35 Theater gehören dem Verein "Perspektiv - Gesellschaft der Historischen Theater Europas" an. Jetzt soll sich auch das Freiberger Theater in diesen Reigen einreihen. Der Stadtrat hat den Beitritt Freibergs in den Verein "Perspektiv" im März einstimmig beschlossen.

Mitglieder der Gesellschaft "Perspektiv" mit Sitz in Berlin sind historische Theater, die zwischen 1500 und circa 1900 erbaut wurden. Das hiesige Theater wurde 1791 eröffnet. Durch den Vereinsbeitritt will Freiberg seine Spielstätte bekannter machen. Laut Beschlussvorlage verfügt die Stadt "über eines der herausragendsten Theatergebäude in Europa". Dieses Gebäude bedürfe "neben einer besonderen Pflege und der behutsamen technischen Weiterentwicklung auch einer breiteren Kenntnisnahme von Kultur- und Architekturbegeisterten aus ganz Europa", heißt es in dem Papier. Mit dem Eintritt in die Gesellschaft solle dieses besondere europäische Kulturerbe einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Weitere Vorteile seien ein kontinuierlicher Austausch zwischen den historischen Spielstätten und bessere Möglichkeiten fürs Marketing.


Theater-Geschäftsführer Hans Peter Ickrath verbindet mit der Vereinsmitgliedschaft die Erwartung, dass mehr Urlauber mit Interesse an Kultur oder Architektur das Theater am Buttermarkt besuchen. "Das sind sicher nicht gerade die Massen an Touristen. Aber auch der Verein pflegt eine Internetwerbung, sodass sicherlich auch Touristen Gefallen am Freiberger Theatergebäude finden können", sagt Ickrath. Und falls in der Zukunft mal bautechnische Fragen anstehen sollten, käme man leichter an "gleichgesinnte" Berater heran.

Als nächstes stellt die Stadt einen Antrag zum Beitritt - mit Angaben zur alten und ursprünglichen Bausubstanz. Ickrath: "Wir befragen Zeitzeugen in verantwortlicher Position aus dem Sanierungsjahr 1987, schauen uns im Stadtarchiv nach alten Zeichnungen und Fotos um." Der Verein werde im Herbst über den Antrag entscheiden.

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