Tierisch was los an der Schule

Polizei ohne Einsatz: An der Oberschule in Brand-Erbisdorf gaben Beamte aus Chemnitz und Leipzig Einblick in ihre Arbeit. Das Interesse war groß.

Brand-Erbisdorf.

Für Jasper ist es ein Spiel. Polizeihauptmeister Gert Reichel hat sich in dicke Kleidung gepackt und spielt den Bösewicht. Auf ein Zeichen rennt Schutzhund Jasper im Affenzahn auf ihn zu, macht ihn fest, bellt lautstark. Gespannt verfolgen 140 Besucher die Vorführung im Hof der Oberschule Brand-Erbisdorf.

Am Mittwochnachmittag hat sich die sächsische Polizei dort zur Woche der offenen Unternehmen vorgestellt. Moritz Schneider, 14, aus Großhartmannsdorf, kam mit seinem Vater: "Ich möchte gern Lehrer werden. Aber ich will mir auch andere Berufswege anschauen." Die Vorführung der Diensthundestaffel gefiel ihm. "Da kriegt man einen Eindruck davon, womit dann konfrontiert wird", sagt der Achtklässler. Auch Michelle Süßmann, 15, aus Gränitz, kam mit ihrer Mutter: "Ich wollte mal reinschauen, was bei der Polizei gemacht wird. Das mit dem Hund hat mir am besten gefallen."

18 Hunde hat die Diensthundestaffel der Polizeidirektion Chemnitz. Jeder Hund wird als Schutzhund ausgebildet und hat eine weitere Spezialausbildung - als Fährtenhund, Bergehund, Brand-, Leichen-, Rauschgift- oder Sprengstoffspürhund. "Die Hunde werden über Freude und Bestätigung ausgebildet", erklärt Polizist Thomas Lohr. Sie leben mit in der Familie und zusammen mit Kindern. Zweimal im Jahr werden sie geprüft. "Wenn sie eine Prüfung nicht bestehen, geht es raus aus dem Dienst", so Lohr. Denn vom Einsatz der Hunde hängt mitunter das Leben der Polizisten ab.

In der Aula zieht Daniel Zenker die Blicke auf sich. Der Polizeihauptmeister steckt in einem Trockentauchanzug und beantwortet zahlreiche Fragen. Zenker ist einer von derzeit elf Polizeitauchern in Sachsen. 30 bis 40 Einsätze haben die Taucher pro Jahr, erzählt sein Kollege Mario Zeithammel. Dabei unterstützen sie sich gegenseitig mit anderen mitteldeutschen Polizeitauchern. 2019 waren sie schon achtmal in Leisnig: Gut fünf Wochen lang suchten die Beamten nach einem vermissten 20-Jährigen. Hubschrauber, Fährtenhunde und Polizeitaucher waren im Einsatz. Schließlich fanden Taucher den Leichnam in der Mulde bei Kössern und konnten den Vermissten identifizieren.

Sämtliche Spuren - vom Einbruch bis zum Tötungsdelikt - sind das Metier von Uwe Karabinski und seinen 14 Kollegen von der Kriminaltechnik in Chemnitz. Sie haben ihre Spurensicherungskoffer und Fotos von Tatorten zur Anschauung mitgebracht. "An manchen Tatorten bin ich drei Tage. In anderen Fällen dauert die Arbeit Wochen", schildert der Kriminaltechniker. Tötungsdelikte haben immer Vorrang. Das Schlimmste sei, sagt er, wenn es einen mutmaßlichen Täter gibt, der schweigt - und keine Leiche dazu. So wie bei den Ermittlungen zu der vermissten 15-jährigen Rebecca, die aktuell in Berlin laufen.

Moritz Schneider zeigte sich angetan von der Polizei. Nachdem er sich über den Lehrerberuf an der Grundschule Mittelsaida und den Polizeiberuf informiert hat, hat er noch die Diakonie und die Stadtverwaltung Freiberg auf dem Plan. Wer zunächst ein Praktikum machen will, kann sich online dafür bewerben.

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