Top 10: Innovativer Niederwiesaer Firmenchef erhält Bundes-Preis

Europaweit tätig ist Frank Lindner - die Stationen gleichen der Liste eines Weltenbummlers. Nun darf sich der 44-Jährige laut bundesweiter Analyse zu den innovativsten Mittelständlern zählen.

Niederwiesa/Essen.

Helles Büro, schlicht, mit Schreibtisch, iMac-Computer und einem Schrank für eine übersichtliche Anzahl Aktenordner. Mehr benötigt Frank Lindner nicht. Auf den ersten Blick jedenfalls. Denn um zu den Top 100 Deutschlands zu gehören, was dem Geschäftsführer der Drymat-Systeme GmbH jetzt ein Bundes-Preis bescheinigt, bedarf es eines herausragenden Innovationsklimas.

Das kann der Niederwiesaer nachweisen. Sein Unternehmen verfüge über ein auch im internationalen Maßstab ungewöhnlich professionelles Innovationsmanagement. Es setze Maßstäbe, heißt es in der Laudatio zur Auszeichnung der innovativsten deutschen Mittelständler. Drymat schaffte es dieses Jahr auf Anhieb unter die Top 10.

Die von Lindner vor 19 Jahren gegründete Firma ist spezialisiert auf ein elektro-physikalisches Verfahren zur dauerhaften Trockenlegung von Mauern - schonend für Bausubstanz und Umwelt. Traditionell werde bei der Mauerentfeuchtung mit viel Chemie gearbeitet. Diese Nachteile gebe es beim Verfahren von Drymat nicht, sagt Lindner. Nicht selten stammten die Ideen für die Erforschung, Entwicklung, Produktion und Vermarktung der effizienten Entfeuchtungs- und Entsalzungssysteme von einem seiner 13 Mitarbeiter. Entscheidungen würden nicht selten mit dem Kunden, gefällt. Über Firmenzahlen spricht der Unternehmer nicht. Dabei hat sich Drymat inzwischen einen guten Ruf weit über Landkreis- und Landesgrenzen hinaus erarbeitet.

Referenzobjekte? Der 44-Jährige googelt St. Petersburg, liest Namen der Sehenswürdigkeiten der russischen Metropole vor. Seine Antwort gleicht der Vorhaben-Liste eines Weltenbummlers mit vollem Programm für die nächsten zehn Jahre: die Eremitage und die Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg hat Drymat trockengelegt, das Königsschloss Amalienborg in Kopenhagen. Der Marine-Dom im russischen Kronstadt ist derzeit aktuell.

Doch diese Prestigeobjekte machen für Frank Lindner nicht die Essenz von Drymat aus. Privatkunden, die Häuslebauer, seien das Fundament, das die Firma von Beginn an trage. Ein Haus zu sanieren, sei eine langfristige Investition. "Unseren Kunden geht es um Nachhaltigkeit. Wir sind schließlich nicht nur Verkäufer, wir sind echte Berater und Partner unserer Auftraggeber."

Das Solarmodul, das den Einsatz der Osmosetechnik, die Ableitung von Feuchtigkeit nach außen, auch in Gebäuden ohne Stromanschluss wie in Kapellen ermöglicht, ist eine Drymat-Entwicklung. Auch die intelligente Fernwartung, mit der Parameter des Trocknungsprozesses permanent überwacht werden, wurde erst in diesen Monaten entwickelt. Das Patent ist angemeldet.

Der Top-100-Pokal hat einen Platz auf einem Schrank im Büro des Chefs. Lindner bekam ihn in Essen von Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Ranga Yogeshwar überreicht, dem Mentor des Bundes-Innovationswettbewerbs. Natürlich habe diese Auszeichnung für ihn große Bedeutung, sagt der gebürtige Chemnitzer, zeuge sie doch von Bonität und Innovation, dem Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Wichtig ist ihm, eine Lanze für seine Geburtsstadt zu brechen. Vielleicht sei Chemnitz nicht die schönste Stadt, sagt er. "Aber sie bietet eine äußerst gute Startposition für Unternehmenserfolge: kurze Wege und peppige Mitarbeiter."

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