Trassenweg bald Einbahnstraße?

Die Straße an der Grundschule in Lichtenberg muss sicherer gemacht werden. Doch welche Lösung ist die günstigste? Die Gemeinde sucht eine Antwort.

Lichtenberg.

In der Nähe von Kindertagesstätten und Schulen ist die Verkehrssituation stets eine besonders sensible. So auch am Lichtenberger Trassenweg. Vor allem in den frühen Tagesstunden, wenn Kinder von ihren Eltern mit dem Auto gebracht werden oder zu Fuß unterwegs sind, kommt es zu heiklen Situationen. Grund: Der Trassenweg ist teilweise so schmal, dass zwei Fahrzeuge nicht gefahrlos aneinander vorbeikommen. Im Winter, wenn viel Schnee liegt, wird die Situation noch brenzliger.

In der Gemeindeverwaltung tüfteln die Verantwortlichen seit geraumer Zeit an einer Lösung, sind sich dabei aber nicht einig. Klar ist allen, dass etwas geschehen muss. So stellte Bürgermeisterin Steffi Schädlich (Freie Wähler) dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine erste Idee zur Diskussion, die sie selbst befürwortet: "Ich möchte den Trassenweg gerne als Einbahnstraße deklarieren", sagte sie. Und zwar von der ehemaligen Gaststätte "Einheit" aus vorbei an den Sportanlagen und der Grundschule bis hin zur Abzweigung, die zur Dorfstraße führt und wo der Trassenweg aus Richtung Kirche ebenfalls einmündet. Radfahrer sollen nach Möglichkeit von der Regelung ausgenommen sein und den Trassenweg in beide Richtungen befahren dürfen.

Bauamtsleiter Daniel Schmieder machte zu dieser Idee seine Bedenken deutlich. "Ich befürchte, dass dann Autofahrer erst recht denken, sie können jetzt schneller fahren, weil ja kein Gegenverkehr zu erwarten ist", sagte er. An der Einmündung zur Dorfstraße hin befürchtet er außerdem, dass ein neuer Unfallschwerpunkt entstehen könnte. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass ein neuer Schilderwald entstehen würde - mit 31 neuen Schildern, die es zu beachten gelte.

Der Trassenweg, jetzt schon eine Tempo-30-Zone, müsse sicherer gemacht werden - darin sind sich auch die Mitglieder des Gemeinderates einig. Die Tatsache, dass eine praktisch permanente Missachtung der Geschwindigkeitsbegrenzung zu beobachten sei, zeige, dass man Lösungen finden müsse, die stärker in die Verkehrssituation eingreifen als bisher. Zu bedenken sei mittlerweile auch, dass eine neue Bushaltestelle direkt an der Schule errichtet wird, die der Bus aus Richtung der Sportanlagen anfahren wird.

Ob man gleich auf eine Einbahnstraßenregelung zugreifen müsse, sei aber fraglich, hieß es aus den Reihen der Gemeinderäte. Vielmehr wurde vorgeschlagen, Bremsschwellen zu installieren, die das Abbremsen der Fahrzeuge erzwingen. Dies sei allerdings dann von großem Nachteil, wenn der Winterdienst auf dem Trassenweg zum Einsatz kommen soll. Weshalb sich das Gremium darauf verständigte, eine Querrinne anlegen zu lassen, die nach Möglichkeit einen ähnlichen Effekt hat. "Wenn das nichts bringt", so Bürgermeisterin Schädlich, "dann ist die Einbahnstraße immer noch möglich."

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