Traumstrände, Bergsteigen und Tiere

Viele sehnen sich danach, die Welt zu entdecken. Anja und Markus Schubert aus Halsbrücke tun es. Neun Monate reisen sie durch Afrika und berichten für "Freie Presse". Heute: Kamerun.

Halsbrücke/Kamerun.

Mit Kamerun erreichen wir eine weitere ehemalige deutsche Kolonie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land zwischen England und Frankreich aufgeteilt, sodass im Nord-Westen englisch und im übrigen Teil von Kamerun französisch gesprochen wird. Die in der Minderheit befindliche englische Bevölkerung wünscht sich seit Jahren Verbesserungen und Veränderungen, die von der französischen Zentralregierung aber nicht vorangetrieben werden, sodass es in letzter Zeit zu Unruhen gekommen ist, welche zu nächtlichen Ausgangssperren führten.

Wir beginnen unsere Reise im englischen Teil und fahren nach Bamenda und entlang der Ring Road durch die Berge. Wir bewegen uns immer zwischen 1000 und 1400 Meter Höhe, kommen an tollen Bergketten und Kraterseen vorbei und werden von den Einheimischen herzlichst begrüßt. Die ganze Region ist vulkanischen Ursprungs. Eine Nacht verbringen wir am Lake Nyos, dem wohl tödlichsten See der Welt. 1986 gab es dort einen CO2-Unfall, als eine riesige Blase aus dem See aufstieg, platzte und über 1700 Menschen in der Umgebung tötete. Seitdem wird das CO2 kontrolliert durch Leitungen abgepumpt und weggeleitet.

Danach besichtigen wir die weltgrößte private Teeplantage, die Ndawara Tea Plantation. Wir dürfen auf über 2000 Metern Höhe auf dem Gelände der Plantage wild übernachten und bekommen am folgenden Tag eine ausführliche Tour und dürfen uns im Ernten von Tee versuchen. Anschließend führt man uns in der Fabrik herum und erklärt uns jeden Schritt von der Trocknung bis zum Verpacken. Als krönenden Abschluss bekommen wir eine riesige Box schwarzen Tees geschenkt.

Weiter geht es nach Limbé, wo wir wunderschönen schwarzen Vulkanstrand, das warme Meer und leckeren Fisch genießen. Aufgrund des tropischen Klimas schmecken Bananen, Mangos und Papayas so gut wie nirgends sonst. Das Obst wird frisch an den Straßenständen verkauft. Weiterhin besuchen wir in Limbé das Wildlife Center, wo verschiedenste Affenarten und Gorillas vor Wilderern gerettet werden.

Als Bergsteiger wollen wir zudem eine dreitägige Trekkingtour auf den Mount Cameroon, den mit 4095 Metern höchsten Berg Westafrikas, machen und lernen dabei die Niederländer Ivo und Karin kennen. Neben dem Guide begleiten uns drei Träger, die Essen, Wasser und Zelte schleppen. Am Ende werden wir mit tollen Aussichten und einem Riesen-Muskelkater belohnt.

Nachdem wir uns erholt haben, fahren wir nach Marienberg in ein Schimpansencamp. Dort dürfen wir zwei Stunden mit den zutraulichen und verspielten Schimpansen zubringen. Die Kleinen schmusen mit uns, ziehen uns die Schnürsenkel aus den Schuhen und versuchen, alles aus den Hosentaschen zu klauen, was sie finden. Ein Riesenspaß.

Ehe wir das traumhafte Kamerun verlassen, geht es erneut noch einmal ans Meer, nach Kribi und zu den Lobé-Wasserfällen. Das Besondere ist, dass diese als einer von nur drei Wasserfällen weltweit direkt ins Meer münden. Ein schöner Abschluss für uns.


Von Nord nach Süd

Anja und Markus Schubert touren seit Wochen durch Afrika. Beide wollen innerhalb von neun Monaten den Kontinent von Nord nach Süd durchqueren. Nach ihrer Hochzeit im September 2017 schmiedeten Markus Schubert, Jahrgang 1984, und seine gut zwei Jahre jüngere Partnerin Anja Pläne für eine längere Auszeit - ihre Wahl fällt auf Afrika. Anja Schubert wuchs in Halsbrücke auf, Markus Schubert stammt aus Conradsdorf. (acr)

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