Turbo-Internet: Ausbau in der Bergstadt kann starten

Bürgermeister Holger Reuter nimmt heute in Berlin einen Förder- bescheid in Millionenhöhe entgegen. Unklar bleibt aber, wo die Netzbetreiber von sich aus aktiv werden.

Freiberg.

Was schnelles Internet angeht, sind große Teile der Stadt Freiberg unterversorgt. Zu diesem Schluss kommt die Firma TKI Chemnitz, die die Stadt beim Internet-Ausbau berät. Die aktuelle Datenabfrage beim Breitbandatlas zeigt, dass etwa in Teilen der Gebiete Wasserberg, Neu-Friedeburg, Zug und Kleinwaltersdorf Übertragungsraten von über 30 MBit je Sekunde erreicht werden.

Doch bei diesen Gebieten soll es nicht bleiben. Heute nimmt Bürgermeister Holger Reuter in Berlin einen Förderbescheid in Höhe von 2,4Millionen Euro entgegen. Vom Freistaat Sachsen werden noch einmal 1,9 Millionen Euro erwartet. Mit dem nötigen Eigenanteil können fast 5 Millionen Euro investiert werden, um möglichst flächendeckend Turbo-Internet anzubieten. Dabei nimmt sich die Stadt vor allem der Gebiete an, wo sich für Unternehmen wie die Telekom ein Ausbau nicht lohnt. Wie eine Karte zeigt, die TKI nun auch im Stadtrat vorgestellt hat, betrifft das die ländlichen Gebiete der Stadt etwa in Halsbach, Zug, Kleinwaltersdorf und anderswo. "Kein Netzbetreiber will dort ausbauen", begründete TKI-Mitarbeiterin Susann Ahlfeld jüngst im Stadtrat. Wer in diesem Bereich wohnt, darf sich nun freuen, dass die Stadt den Ausbau nach dem Modell der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke bezuschusst. Mit dem Bescheid kann die Stadt nun entsprechende Angebote einholen.

"Wir haben uns dabei für die derzeit modernste Variante entschieden", erklärte Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) den Stadträten. Ziel sei, bei neu zu erschließenden Gebieten Glasfaserkabel bis mindestens in die Keller zu verlegen. "Das lässt sich später am ehesten weiter aufrüsten", so der Oberbürgermeister. Ziel ist, den Ausbau innerhalb der nächsten drei Jahre zu stemmen, ergänzte Krügers Stellvertreter Holger Reuter (CDU).

Reuter sagte, dass darüber hinaus auch private Anbieter von sich aus gebietsweise in ihre Netze in der Stadt investieren wollen. Denn vor der Festlegung der Ausbaugebiete wurden dazu die Netzbetreiber angefragt. Zwei Meldungen liegen vor. Allerdings dürfe er wegen Datenschutz nicht sagen, um welche Unternehmen es sich handelt und wo sie in die Netze investieren möchten. Entsprechend sind diese Gebiete nicht in der Karte verzeichnet. Eine Anfrage bei der Telekom dazu wollte ein Sprecher ebenfalls nicht beantworten.

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