Unternehmen bleiben offen für Schüler

12 Prozent der 283 avisierten Teilnehmer an der 7. Woche der offenen Unternehmen in Mittelsachsen haben abgesagt. Der Grund: Corona.

Freiberg/Frankenberg/Oederan.

Die Agentur für Arbeit Freiberg hat ihre Veranstaltung wie geplant durchgeführt. "Elf Jugendliche zeigten Interesse an Ausbildung oder Studienberuf in der Bundesagentur für Arbeit", sagte Antje Schubert, Agentursprecherin in Freiberg. "Nach wie vor ist die Woche der offenen Unternehmen bei den Jugendlichen sehr beliebt. Sie sei wichtiger Baustein in der Berufsorientierung. Weitere Faktoren seien die Ausbildungsmessen Schule macht Betrieb im Landkreis und die neu aufgestellte, persönlichere Arbeit der Berufsberatung der Agentur in Freiberg vorrangig an den Schulen.

"Wir haben geprüft und uns entschieden, die Veranstaltungen trotz Corona durchzuführen", sagte Mathias Möbius, Geschäftsführer der gleichnamigen Bäckerei in Oederan. Die Desinfektionsmaßnahmen seien verstärkt worden, die Besichtigung der Produktionsräume mit den Besuchern entfiel. "Wir vermitteln den Schülern in unseren Schulungsräumen einen Eindruck von unserem Betrieb und den Ausbildungsberufen", so Möbius. Die Schüler konnten dabei selbst aktiv werden und einen Milchzopf herstellen. "Wir halten diese Form der Vermittlung von Berufsausbildungsmöglichkeiten für gut und zeitgemäß", so Möbius. Der persönliche Kontakt zwischen Betrieben und potenziellen Azubis könne durch elektronische Kommunikationsmöglichkeiten wie soziale Medien nicht ersetzt, sondern bestenfalls angebahnt werden.

Auch die Veranstaltung der Polizei im Revier Mittweida fand wie geplant statt. "Die Woche der offenen Unternehmen und ähnliche Veranstaltungen haben einen Mehrwert für uns als Polizeidirektion Chemnitz", so deren stellvertretender Pressesprecher Andrzej Rydzik. Die Anzahl derer, die ein Praktikum in einer Dienststelle absolviert oder eine Berufsberatung bekommen hätten und bei der sächsischen Polizei eingestellt würden, sei sehr hoch. "Nachwuchsgewinnung ist ein breites Thema. Es gilt, sich dementsprechend breit aufzustellen", so Rydzik.

Die Woche der offenen Unternehmen sei prinzipiell eine gute Idee. Das sagte Michael Wiegner, Geschäftsführer der Sächsischen Walzengravur GmbH in Frankenberg. Werbung und Durchführung nannte er jedoch "nicht optimal". Erst auf der Unterseite "Woche der offenen Unternehmen in Mittelsachsen" auf der Homepage des Landratsamtes erfahre das besuchte Unternehmen alles Notwendige, um die Besuchergruppen gut betreuen zu können.

"Wir werden auch zukünftig am Format teilnehmen, um unseren Bekanntheitsgrad zu erhöhen", sagte Wiegner. Messbar sei das aber nicht. "Wir hatten im Anschluss bereits Bewerbungen aus dem Teilnehmerkreis. Ob diese sich auch sonst beworben hätten, wurde durch uns nicht abgefragt." Einen Königsweg bei der Nachwuchsgewinnung gebe es nicht. Durch die rückgängige Schülerzahl einerseits und die Reizüberflutung auf der anderen Seite müsse man mehrere Wege nutzen, auch soziale Medien. "Wir stellen jedoch fest, dass man dort zwar sehr viele Klickzahlen durch Werbung erreichen kann, die daraus resultierenden Bewerbungen aber vergleichsweise gering sind", so Wiegner.

Noch bis Samstag dauert die Woche der offenen Unternehmen. Doch auf Anfrage zog Cornelia Kluge, Pressereferentin des Landkreises, schon ein erstes Fazit. "283 Unternehmen haben für die Schülerinnen und Schüler aus Mittelsachsen und den Nachbargebieten 747 Veranstaltungen vorbereitet. 1617 Schüler meldeten sich seit dem 20. Januar für 2803 Veranstaltungsplätze an. Das sind durchschnittlich fast zwei Veranstaltungen pro Schüler", sagte Kluge.

Wegen des Coronavirus hatten 35 Unternehmen abgesagt (Stand Mittwoch, 16 Uhr). Betroffen waren 552 Schüleranmeldungen. "Wir bedauern die Absagen sehr, können diese auf Grund der Umstände jedoch nachvollziehen", sagte Jens Spreer, verantwortlicher Koordinator bei der Landkreisverwaltung. Noch bis Samstag können sich Eltern, Lernende und Unternehmen im Internet über den aktuellen Stand informieren und für weitere Veranstaltungen anmelden. www.wirtschaft-in-mittelsachsen.de


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.