Unternehmensgründung nach der Uni: TU Freiberg unter den Top 10

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Wer nach der Uni sein eigenes Unternehmen aufbauen will, bekommt von der TU Bergakademie Freiberg Unterstützung. Die Pandemie hat am Tatendrang der jungen Unternehmer nichts geändert.

Schlacken, Stäube, Rückstände aus der Halbleiterproduktion - was für manche nur Abfall, ist für Chemiker Martin Reiber und sein Team die Arbeitsgrundlage. Sie wollen daraus seltene Metalle gewinnen, die etwa für Glasfaserkabel, Flachbildschirme und Mobiltelefone gebraucht werden. Im Jahr 2019 hat sich das Unternehmen RMF Tech (Ressourcentechnologie und Metallveredelung Freiberg) gegründet. Die Jungunternehmer profitierten von den unterstützenden Netzwerken der TU.

Rund 40 Unternehmen haben sich in den vergangenen fünf Jahren aus der Montanhochschule ausgegründet. Etwa 30 von ihnen sind noch am Markt tätig, so Uni-Sprecherin Luisa Rischer. Dazu gehört auch das Team von Additive Drives in Halsbrücke. Die Gründer stellen spezielle Kupferwicklungen für Elektromotoren her. Genauer gesagt, sie drucken sie aus. Mit einem 3D-Drucker. So erreichen sie höhere Wirkungsgrade als herkömmliche Motoren. Energieeffizienz ist auch das Thema des Freiberg Instituts für vernetzte Energieautarkie. Das Start-up entwickelt unter anderem Energiekonzepte für Kommunen und Unternehmen.

"Die Ausgründungen betreffen vorwiegend die Kernfelder der TU Bergakademie Freiberg: Geo, Energie, Material und Umwelt", erklärt Rischer. Neben Branchen wie Anlagenmaschinenbau und IT entstünden auch Ingenieurbüros: "An der TU Bergakademie Freiberg herrscht ein gründerfreundliches Klima."

Das bestätigt auch der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft; ein Verbund von Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen. In dessen "Gründungsradar 2020" kommt die TU Bergakademie unter 55 kleinen Hochschulen mit weniger als 5000 Studenten auf Platz 7. In der Umfrage wurden unter anderem Sensibilisierung und Unterstützung von Gründungen sowie Netzwerkarbeit abgefragt.

Netzwerke spielen an der Bergakademie nach eigenen Angaben eine große Rolle. Das wichtigste ist das universitätseigene Gründernetzwerk "Saxeed" - ein Wortspiel aus dem englischen "succeed", Erfolg haben, und dem Begriff "Saxony" für Sachsen. Saxeed bietet Lehrveranstaltungen für Interessierte an, sowie eine Begleitung durch erfahrene Gründerberater. Das Verbundprojekt gibt es auch an der TU Chemnitz und den Fachhochschulen in Mittweida und Zwickau. Zweiter Baustein ist die Zentrale Transferstelle der Uni. Sie bewertet Technologien vorab und führt sie einer wirtschaftlichen Verwertung mit bestehenden Unternehmen zu.
Persönliche Kontakte als Treibstoff für Gründungen - das funktionierte offenbar auch in Zeiten, in denen Präsenzveranstaltungen an der Uni nicht möglich waren: "Die Corona-Pandemie hat die Gründungsmotivation von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden nicht verändert", betont Pressesprecherin Rischer.

Da die Gründerworkshops von Saxeed online stattfanden, hätten sogar mehr Gründungswillige daran teilgenommen. Zwar sei das Interesse an virtuellen Veranstaltungen gegen Ende etwas abgeflaut. Im Krisenjahr 2020 waren nur fünf Ausgründungen zu verzeichnen. Das ist weniger als der Durchschnitt der Vorjahre. Aber: Im ersten Halbjahr 2021 gab es schon wieder acht Ausgründungen. Luisa Rischer: "Die Chancen, sich nach dem Studium selbstständig zu machen, stehen durchaus positiv."

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