Verein rettet Sägewerk vor dem Verfall

Ungefähr 200.000 Euro sind in die Muldaer Brettmühle geflossen. Das Gros waren Fördermittel. Doch es gibt noch einiges zu tun.

Mulda.

Einst gab es in Mulda fünf Sägewerke, heute existiert nur noch eins: die Brettmühle. Um dieses historische Sägewerk kümmert sich der Förderverein Technische Denkmale Mulda. Am Freitag begeht er sein 20-jähriges Bestehen. Und die 32 Mitglieder haben allen Grund zum Feiern. Denn durch ihren ehrenamtlichen Einsatz wurde das Sägewerk, das von 1880 bis 1985 als Brett- und Lohmühle in Betrieb war, vor dem Verfall gerettet.

So wurde das Obergeschoss zum Veranstaltungsraum mit Küche und sanitären Anlagen ausgebaut, der 20Meter hohe, denkmalgeschützte Schornstein rekonstruiert, und 2017/18 erfolgten Arbeiten am und um das Gebäude. In diesem Jahr erneuerten die Vereinsmitglieder das Gleisbett. "Sonst hätten wir das Holz nicht mit den Wagen zum Gatter transportieren können", sagt Petra Schumann, die Schatzmeisterin des Mühlenvereins.

Ihren Angaben zufolge flossen bisher ungefähr 200.000 Euro in den Erhalt und in die Rekonstruktion des technischen Denkmals. Rund 150.000 Euro seien als Fördermittel gekommen, zum Beispiel über die EU-Programme Ile/Leader und vom Denkmalschutz. "Hinzu kamen Spenden und Eigenmittel, die wir beispielsweise bei unseren Veranstaltungen wie Konzerten, Kabarettabenden, Weinverkostungen und Lesungen erwirtschaftet haben", so Petra Schumann.

Zugleich hebt sie den unermüdlichen Einsatz der Mitglieder hervor. Ihre Mitstreiter im Alter von 38 bis 93 Jahren kommen nicht nur aus Mulda und Umgebung, sondern auch aus Dresden, Jena und Berlin. Der Muldaer Reiner Dietze unterstützt den Verein tatkräftig, ist beim Schausägen oder bei der Wartung des Gatters dabei, obwohl der 78-Jährige kein Mitglied ist. Seit 2004 hilft er in der Brettmühle mit. Der gelernte Landwirt war später in der Muldaer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) als Baumaschinist tätig. Nach der Wende arbeitete er als Baumaschinist in einem Voigtsdorfer Unternehmen und hatte einen Landwirtschaftsbetrieb im Nebenerwerb. "Ich interessiere mich für Technik. Und solange ich es machen kann, helfe ich gern im Sägewerk mit", sagte der gebürtige Muldaer. Für sein Engagement in der Brettmühle wurde Dietze 2014 mit der Ehrenurkunde der Gemeinde ausgezeichnet.

Derzeit laufen Arbeiten im Untergeschoss des Sägewerks. Denn im Frühjahr trat dort Hausschwamm auf. Traum der Vereinsmitglieder ist es, das Einblattgatter der Firma Münzer aus Obergruna von 1880 wieder in Betrieb zu nehmen.

Das Vorhaben, alle Antriebsarten zu zeigen, wurde indes bereits verwirklicht. In der Brettmühle gibt es ein Wasserrad, eine Wasserturbine, eine Dampfmaschine, einen Dieselmotor und einen Elektromotor.

Die Veranstaltung in der Brettmühle, Hauptstraße 91, zum Jubiläum am 20. September, 19.30 Uhr ist öffentlich. Zu Gast ist die Band "Tamtam Combony" aus Chemnitz.

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