Verkauf der Solarworld-Halle in Hilbersdorf lässt Politiker jubeln

Im Gewerbe- und Industriegebiet Freiberg-Ost sollen 200 neue Jobs entstehen. Und es gibt weitere Hoffnungen.

Freiberg/Hilbersdorf.

Die Nachricht, dass ein Investor für die ehemalige Solarworld-Fabrik im Gewerbegebiet Freiberg-Ost gefunden worden ist, hat bei Kommunalpolitikern der Region Freude und Genugtuung ausgelöst. Die Deutsche Presseagentur hatte am Mittwoch gemeldet, das Anfang des Jahres gegründete Unternehmen JT Energy Systems wolle in dem 42.000-Quadratmeter-Komplex ein Produktionszentrum für Lithium-Ionen-Batterien und Ladesysteme im Logistikbereich errichten. Der Produktionsstart sei für das erste Quartal 2020 geplant, in einem ersten Schritt sollen an dem Standort rund 200 Arbeitsplätze entstehen.

"Die tote Gewerbefläche wird wieder belebt", bestätigte der Bobritzsch-Hilbersdorfer Bürgermeister René Straßberger (CDU) am Donnerstag den dpa-Bericht. Als Vorsitzender des Zweckverbands Gewerbe- und Industriegebiet Freiberg-Ost freue er sich sowohl über die angekündigten Arbeitsplätze als auch darüber, dass das Gebiet wieder ein würdiges Aushängeschild bekomme: "Die Riesenhalle ist von der Bundesstraße 173 aus zu sehen."


Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) - die Kreisstadt ist der zweite Partner im Zweckverband - hebt hervor, "dass der Branchenmix in Freiberg durch den Batteriehersteller breiter wird". Die Investition zeige auch, dass der Wirtschaftsstandort Freiberg robust sei, so der Rathauschef weiter. Die Stadt stehe im intensiven Kontakt zum Solarworld-Insolvenzverwalter. In den nächsten sechs Monaten werde voraussichtlich eine weitere Immobilie des ehemaligen Photovoltaik-Konzerns an der Berthelsdorfer Straße in Freiberg verkauft. Im dortigen Gewerbegebiet Freiberg-Süd habe sich zuvor bereits die Firma Freiberger Compound Materials erweitert.

"Ich bin optimistisch, dass in zwei bis drei Jahren alle früheren Solarworld-Objekte im Gewerbegebiet Süd neue Eigentümer gefunden haben", blickt Krüger voraus. Eine Schwierigkeit sei, dass die Gebäude von der Erschließung her sehr eng verbunden seien: "Da gibt es beispielsweise in dem einen Objekt eine Elektrostation, an der mehrere Nachbarhäuser hängen."

Beim früheren Solarworld-Standort auf dem Saxonia-Areal an der Frauensteiner Straße sei die Lage komplizierter. "Es handelt sich um eine Spezialimmobilie, die auf die Solarworld-Produktion zugeschnitten ist und kaum Erweiterungsmöglichkeiten bietet", urteilt der OB. Auch dafür gebe es bereits einen Interessenten: "Wir sind da aber noch ganz am Anfang."

CDU-Kreisrat Volker Haupt hatte sich noch in seiner Zeit als Bürgermeister von Bobritzsch-Hilbersdorf dafür stark gemacht, einen Batteriehersteller für die Ex-Solarworld-Halle zu gewinnen: "Damals ging es aber um eine andere Firma." Er sei aber stets davon überzeugt gewesen, dass es eine Nachnutzung für die Immobilie geben werde: "Das war nur eine Frage der Zeit."


Gabelstapler-Produzent setzt auf neue Batteriesysteme

JT Energy Systems war im Februar 2019 als Gemeinschaftsunternehmen des Hamburger Intralogistik-Unternehmens Jungheinrich, das unter anderem Hubwagen und Gabelstapler herstellt, und der sächsischen Triathlon Holding GmbH in Glauchau gegründet worden. Ziel ist die Produktion und Wiederaufarbeitung von Lithium-Ionen-Batteriesystemen. Während sich die Firma in Glauchau auf die hochautomatisierte Fertigung von Modulen spezialisieren will, soll in Freiberg die Montage der Batteriesysteme sowie der Ladegeräte erfolgen.

Mit der Übernahme des Werkes

würden notwendige Produktionskapazitäten und ein hervorragender Standort gewonnen, hieß es seitens der Geschäftsführer der JT Energy Systems GmbH, Reinhild Kühne und Martin Hartmann. Das Unternehmen reagiere damit auf die steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batteriesystemen. Ladezeiten, Lebensdauer und Energieeffizienz seien besser als bei bisher üblichen Blei-Säure-Batterien. Für Solarworld war nach einer ersten Insolvenz im März 2018 das endgültige Aus gekommen. (dpa)

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