Verstaubte Instrumente gelangen zu neuem Glanz

Peter Kreißl hat auf dem Boden des Pfarramtes in Langhennersdorf eine Entdeckung gemacht. Aus ihr ist inzwischen ein Posaunenchor entstanden.

Langhennersdorf.

Zu Gottesdiensten in Langhennersdorf ist der Posaunenchor sehr begehrt und beliebt. Doch die Musiker treten auch zu Dorffesten, Familienfeiern oder Konzerten an verschiedenen Orten auf. Wie die Frauen und Männer vor fünf Jahren zusammen fanden, ist etwas ganz Besonderes.

2013 zeigte Küsterin Christine Hauswald dem Berufsmusiker Peter Kreißl von "De Hutzenbossen" alte Instrumente, die auf dem Boden der Wendelinkappelle in Langhennersdorf lagerten. "Ich bemerkte, dass sie teilweise noch bespielbar waren, und überlegte, dass dies die Grundlage für einen neuen Posaunenchor sein könnte", erzählt Peter Kreißl.

Die Küsterin rührte die Werbetrommel, und binnen weniger Tage meldeten sich fünf Interessenten. "Die Instrumente wurden nach den jeweiligen Fähigkeiten und Wünschen der Gründungsmitglieder verteilt. Wer musikalisch war oder einfach Interesse hatte, konnte sich Posaune, Tuba oder Flügelhorn nehmen", erinnert sich Peter Kreißl.

"Da die meisten Interessenten Lust und Liebe für die Instrumente bewiesen, aber noch nicht spielen konnten, begann ich mit der Ausbildung und der Leitung der kleinen Gruppe, was eigentlich gar nicht meine Absicht war", erzählt Kreißl schmunzelnd.

Einer der ersten, der sich das Flügelhorn nahm, war Frank Hauswald. Er hatte bis vor 40 Jahren in dem damaligen Posaunenchor gespielt, der sich aber auflöste. " Es war wirklich vor fünf Jahren eine abenteuerliche Situation. Ich hatte große Lust, wieder anzufangen, doch fast regelrecht Angst vor dem Instrument. Peter hat uns mit viel Geduld und in einer ruhigen und sachlichen Art das Spielen beigebracht", erzählt der Langhennersdorfer. Dabei sei es nicht nur das Interesse an der Musik gewesen, sondern auch die Freude am Zusammensein in der Gruppe, welche die Jungmusiker jede Woche zur Probe ins Pfarramt zog.

Nach fünf Jahren nun hat der Posaunenchor 21 Mitglieder. Der Jüngste zählt erst acht Lenze und das älteste Mitglied 73 Jahre. Im Laufe der Jahre wurden, um den Klang der einzelnen Stimmgruppen zu steigern, neue Instrumente wie Tuba, Tenorhörner oder Trompeten, ja sogar ein Schlagzeug angeschafft. Nun können die Langhennersdorfer Frauen und Männer Choräle, Volkslieder und sogar Schlager spielen.

Um eine qualitative Steigerung zu erreichen, hat sich Peter Kreißl mit Peter Bruckner von der Mittelsächsischen Philharmonie Hilfe geholt. Der Freiberger kommt seit März dieses Jahres ein bis zwei Mal in der Woche nach Langhennersdorf, um die Jungbläserausbildung zu garantieren.

"Ich denke, wir sind doch eine recht gute Bläserfamilie. Und dass wir in den fünf Jahren so ständig gewachsen sind, macht mich schon ein wenig Stolz. Zudem freue ich mich sehr, dass meine Frau Christiane im vergangenen Jahr mit dem Flügelhorn den Weg zu uns gefunden hat. Es ist schön, dass wir gemeinsam dieses tolle Hobby teilen", so Vollblutmusiker Peter Kreißl.

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