Viel Geld für Schulen, Langlauf, Freizeit und Nahverkehr

Rechenberg-Bienenmühle will in den nächsten Jahren viel Geld verbauen. Doch die Vorschläge der Gemeinde sorgen unter Räten für Fragen. Kann sich die Kommune das leisten - das ist nur eine davon.

Rechenberg-Bienenmühle.

Ein grünes Klassenzimmer für die Grundschule, eine Aula in der Oberschule - der Haushaltsentwurf 2019 für die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle sieht Investitionen in Größenordnungen für beide Schulstandorte vor. Sie sollen laut Bürgermeister Michael Funke (parteilos) teilweise bis 2020 hinein andauern.

Gemeinderäte fragten vor allem, wie die Vorhaben bezahlt werden sollen. Laut Kämmerin Denise Meyer können manche Projekte kurzfristig über die Sächsische Aufbaubank finanziert werden: Dabei gebe es Geld zur Vorfinanzierung. Die Gemeinde könne es zurückzahlen, wenn zugesagte Fördermittel fließen. Und Funke betonte, dass ein Baustart erst möglich sei, wenn die Zuwendungsbescheide, also Fördergeld-Genehmigungen, vorliegen.


Überraschend erschien nicht nur Gemeinderat Jörg Neuber der Umfang an neuen Projekten, zum Beispiel das Skilanglaufzentrum. "2018 hat der Gemeinderat noch beschlossen, vor allem das Vorhandene zu erhalten. Jetzt kommt eine Wende hin zu Investitionen", sagte er. Angesichts Einwohnerrückgangs und zunehmenden Altersschnitts der Bewohner müsse man sich fragen, ob die Gemeinde sich das leisten kann. Oberschule: Zusammengerechnet rund 1,6 Millionen Euro sind es bis 2022, auf die Funke am Dienstagabend für die Gemeinderäte sowie Einwohner in den Zuschauerreihen die Vorhaben summierte, um allein die Oberschule auf Vordermann zu bringen. Energetische Sanierung, Umgestaltung eines Raumes zur Lehrküche, Bau des Multifunktionsraumes - sprich Aula - trennbar in zwei Klassenräume, wie auch die Sanierung des Hauseinganges und die Neugestaltung des Geländes vor der Schule mit Fahrrad- und Moped- unterstand kommen hinzu.

Grundschule Clausnitz: Weitere 85.000 Euro würde ein grünes Klassenzimmer für die Grundschule kosten. Davon stehen für dieses Jahr 35.000 Euro zum Rückbau des alten Kindergartens auf dem Schulgelände und im kommenden Jahr etwa 50.000 Euro für die Gestaltung des grünen Klassenzimmers im Plan. In der Grundschule müsste zudem ein Klassenzimmer eine Akustikdecke sowie schallgedämmte Wände erhalten, um hörgeschädigte Kinder in der Schule aufzunehmen. Etwa 33.000 Euro soll das Projekt kosten. Rund 22.000 Euro dafür könne die Gemeinde aus Zuschüssen erhalten. Saniert werden müssten zudem die Sanitärräume der Grundschule, von geplanten 45.000 Euro könnten 22.000 Euro als Fördergeld fließen. Skilanglaufzentrum: Auch Pläne für ein neues Zentrum speziell für Langläufer in Oberholzhau, mit Sanitäranlagen, Umkleide und Skiraum sowie ein Loipenspurgerät als Ersatz für das Verschlissene - geschätzte Kosten insgesamt etwa 800.000 Euro - stellte Michael Funke vor. In diesem Jahr sollen aber lediglich 5000Euro für einen Ideenwettbewerb zum Projekt ausgegeben werden. Gehwegbau: Am geplanten Bau der Staatsstraße zwischen Rechenberg-Bienenmühle und Holzhau durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr beteiligt sich die Gemeinde laut Bürgermeister mit dem Gehwegbau. "Der Fußweg soll zwischen dem Ortsausgang Rechenberg-Bienenmühle und dem Ortsausgang Holzhau entstehen", erklärte er. Die Kosten liegen bei 314.000 Euro, aufgrund der Förderung bleibt laut dem Ortschef ein Eigenanteil von etwa 31.500 Euro für die Gemeinde. "Wir wollen dieses Jahr die Verkabelung in den Boden bringen für die Straßenbeleuchtung am Fußweg, die Masten und Lampen sind für 2020 vorgesehen", so der Bürgermeister. Nach bisherigem Stand soll der Bau für den etwa 2,2Kilometer langen Straßenabschnitt parallel etwa im Juli beginnen.

ÖPNV-Schnittstelle: Seit längerem geplant ist die sogenannte ÖPNV-Schnittstelle am Bahnhof in Bienenmühle. "2019 wollen wir das Gelände von der Deutschen Bahn kaufen, 2020 soll der Bau folgen", so Funke. Die Kosten betragen samt Grunderwerb etwa 710.000 Euro. Entstehen soll eine neue Haltestelle für die Busse am Bahnhaltepunkt. Ideen für ein Gebäude mit Toiletten, ein Park mit Grünflächen, ein Parkplatz sowie später eine Ladestation für Elektrofahrräder wie auch Pkw schweben der Gemeinde vor. "Wir bemühen uns um Fördermittel aus verschiedenen Töpfen und sind derzeit bei einem Eigenmittelanteil von 92.000 Euro", sagte Funke.

Ökobad: Ab August stehe die Sanierung des Ökobades in Rechenberg-Bienenmühle an. Dafür seien 135.000 Euro veranschlagt. Etwa 100.000 Euro an Fördergeld erhalte die Kommune über das Leader-Programm. Angedacht sind unter anderem ein neuer Badesteg, dazu neue Dusch- und Toilettenanlagen. Die Außenfassade des Sanitärtraktes erhalte einen Anstrich, ein neuer Zaun soll das Bad umschließen.

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