Viele Spender für früheren Hornbrunnen

Stück für Stück wird das Denkmal restauriert. 23.000 Euro sind dafür schon gespendet worden. Der Fremdenverkehrsverein lädt nun Unterstützer ein.

Freiberg.

Noch ist das Horndenkmal inmitten der Stadt nicht fertig restauriert - obwohl es schon beträchtlich viel von seiner früheren Form zurückbekommen hat. "Jetzt stehen die schwierigen, das heißt teuren Teile an, die neogotischen Fialen an den Seiten und die aufwändige Laterne im Mittelbereich", erklärt Rainer Bruha, Chef des Freiberger Fremdenverkehrsvereins.

Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Denkmal - früher ein Brunnen -, das Christian Sigmund Horn, dem einstigen Bürgermeister und Wohltäter der Bergstadt gewidmet wurde, wieder erstrahlen zu lassen. Horn war nicht nur dreimal Bürgermeister, sondern setzte sich auch für die soziale Vorsorge ärmerer Freiberger ein. Nicht zuletzt stiftete er seiner Heimatstadt 70.000 Taler, die der Stadt in schwierigen Zeiten nach dem Siebenjährigen Krieg sehr gelegen kamen, heißt es aus dem Verein. "Umso erfreulicher ist, dass dank großer und kleiner Spenden das Denkmal nach Jahrzehnten der Abwesenheit nun wieder am angestammten Platz ein Ausrufezeichen setzt, das die Grünanlagen unserer Stadt weiter aufwertet", sagt Magda Czolbe vom Fremdenverkehrsverein. Die Stadt Freiberg hatte sich dessen Vorschlag zur Neuerrichtung aufgeschlossen zugewandt. Mit der Firma Steinrestaurierung Neubert steht den Initiatoren ein Verbündeter zur Seite.

Inzwischen stehen laut Verein von Freiberger Bürgern und Unternehmen Spenden in Höhe von etwa 23.000 Euro zur Verfügung, auch die Stadt hat Haushaltsmittel für das Horndenkmal eingesetzt. "Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau des Hornbrunnens sind mit etwa 360.000 Euro kalkuliert. Davon werden noch rund 280.000 Euro benötigt. Die Stadt gibt jährlich rund 30.000 Euro dazu", sagt Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter.

Der Fremdenverkehrsverein, der sich für jede Spenden dankbar zeigt, will all denen, die 100 Euro und mehr zur Verfügung gestellt haben, am 27. August, 16 Uhr durch den Oberbürgermeister am Denkmal eine Urkunde überreichen. "32 Spender sind eingeladen, die mehr - manche deutlich mehr - als 100 Euro gegeben haben", sagt Rainer Bruha. Auch Interessenten sind willkommen. Der Verein hofft laut seinem Vorsitzenden auf weitere Unterstützung für die noch fälligen arbeits- und kostenintensiven Steinmetzarbeiten bis zur Vollendung des Denkmals. Wann das sein wird, sei aber noch offen.


Wohltäter der stadt

Christian Siegmund Horn lebte von 1660 bis 1736 und war mehrfach Bürgermeister in Freiberg. 1697 wurde er Ratsmitglied und war unter anderem für die Kämmerei zuständig. Horn hinterließ der Stadt eine Stiftung in Höhe von 70.000 Talern zu "wohltätiger Verwendung", wie es im Flyer des Fremdenverkehrsvereins zum Denkmal heißt. Damit habe die Stadt damals in schweren Zeiten, zum Beispiel im Siebenjährigen Krieg, ihre Bürger entlasten können. Gestaltet wurde der Brunnen einst von Johann Eduard Heuchler, dem Zeichenlehrer der Bergakademie und Architekten, der auch schon das Schwedendenkmal entworfen hatte.

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