Vierfelder-Sporthalle wird gebaut

Der Freiberger Stadtrat hat das Projekt für rund 25 Millionen Euro in Friedeburg beschlossen. Aber es gab auch Kritik.

Freiberg.

Statt 13 Millionen Euro kostet sie jetzt voraussichtlich fast 25 Millionen Euro, dafür aber doch mit Kegelbahnanlage - der Stadtrat von Freiberg hat am Donnerstag den Bau einer Vierfelder-Sporthalle nahe der Kreuzung von Friedeburger und Hainichener Straße im Stadtteil Friedeburg beschlossen. Auf Antrag der Linksfraktion war die zuvor von der Verwaltung aus Kostengründen gestrichene Kegelbahn wieder in das Projekt aufgenommen worden. Dadurch werde sich die aktuelle Kostenschätzung von 23 Millionen Euro um etwa 1,7 Millionen Euro erhöhen, sagte Baubürgermeister Holger Reuter (CDU).

Nach den Vorstellungen der Planer vom Baubüro Freiberg sollte der Komplex fast 73 Meter lang, reichlich 60 Meter breit und über 14 Meter hoch werden - zu welchen Erweiterungen die Kegelbahn führen wird, wurde in der Ratssitzung nicht genau beziffert. Im Inneren können drei Trennvorhänge herabgelassen werden, um vier normgerechte Ball- und Gerätehallen entstehen zu lassen. Darüber hinaus sind zwei Netzvorhänge vorgesehen, um drei Tennisfelder abtrennen zu können. Dazu kommen Besuchertribünen.

Volker Didzioneit (Grüne) votierte als Einziger gegen das Vorhaben; 28 Stadträte stimmten mit ja, vier enthielten sich der Stimme. Didzioneit wies darauf hin, dass beim 2018 gefassten Grundsatzbeschluss für den Neubau einer Mehrfeldhalle noch von etwa 13 Millionen Euro die Rede gewesen sei: "Kann die Entscheidung da jetzt noch gültig sein?" Zudem gehe er davon aus, dass die Leitungen der Böhme-Grundschule und der Ohain-Oberschule lieber eine eigene Halle für ihren Schulsport behalten würden: "Wenn da vier Klassen gleichzeitig toben, ist der Lärm enorm."

Baubürgermeister Reuter entgegnete, dass die Planer das im Griff hätten: "Dafür gibt es ja die Trennwände." Eine vergleichbare Lösung mit zwei neuen kleineren Hallen würde etwa 18 Millionen Euro kosten. Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) riet davon ab, die alten DDR-Schulturnhallen zu sanieren: "Das kostet sehr viel Geld, und es kommt nichts Vernünftiges dabei raus." Das könne man in Großschirma sehen.

Für die Kegelanlage hatte sich auch Professor Werner Tilch eingesetzt. Er habe jahrelang den Akademischen Turn- und Sportverein geleitet: "Unsere Kegler sind in der Zweiten Bundesliga." Tilch zweifelte auch die Vergleichszahlen der Verwaltung an: "Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast."

Skepsis äußerte auch Jana Pinka (Linke) gegenüber den Angaben Reuters, die Kegelbahn in der Heubnerhalle könne für etwa 250.000Euro für den Wettkampfbetrieb hergerichtet werden: "Wenn dort in die Statik eingegriffen werden muss, kostet das vielleicht auch 1,7 Millionen Euro." Ein Problem besteht offenbar darin, dass ein Schiedsrichter wegen der Säulen, die das Dach tragen, nur drei statt vier Bahnen einsehen kann. Der Baubürgermeister erklärte, die Zahl sei ihm zugearbeitet worden und warf Pinka vor, keine Ahnung zu haben: "Schuster, bleib bei deinem Leisten."

Die Linksfraktion hatte zu Sitzungsbeginn beantragt, den Neubau nur in einer ersten Lesung zu behandeln und die Auswirkungen der Coronakrise auf die Finanzen der Stadt abzuklären. Es sei Aufgabe der Kommunen, entgegnete OB Krüger, antizyklisch zu investieren und der Wirtschaft zu helfen. Die Stadt rechne auch mit zusätzlichen Förderprogrammen; derzeit wird ein Zuschuss von etwa 50 Prozent angenommen.

Eine Besonderheit der Halle ist ein Glasfußboden, in den via LED-Technik die jeweils benötigten Spielfeldbegrenzungen eingeblendet werden können. Das koste zwar 800.000 Euro mehr als ein herkömmlicher Bodenbelag, erspare aber das sonst übliche Linien-Wirrwarr und sei deutlich haltbarer, so Reuter: "Wenn der Sportboden dreimal erneuert werden muss, ist das auch nicht mehr günstiger."

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