Viertelsiedlung: Vom Feldweg zur asphaltierten Straße

Knapp fünf Monate wurde in Niederbobritzsch gebaut. Ein Großteil der Arbeiten fand jedoch unter der Oberfläche statt.

Bobritzsch-Hilbersdorf.

Den Namen Straße hatte die Viertelsiedlung in Niederbobritzsch bislang nicht verdient. Bis vor kurzem war sie ein besserer Feldweg. Seit Juni ist sie umfassend saniert worden, nun ist sie planmäßig fertig. Entstanden ist eine gut 200 Meter lange und 3,50 Meter breite asphaltierte Straße samt Fußweg. Doch dies ist nur das Offensichtliche, was Bürgermeister René Straßberger (CDU) und sein Bauamtsleiter André Felgner zur offiziellen Bauabnahme in dieser Woche begutachteten. Ein Großteil der getanen Arbeit liegt unter der Oberfläche.

So wurde ein Schmutzwasserkanal verlegt, an den jetzt sämtliche Wohnhäuser angeschlossen sind. Zuvor verfügte jeder Haushalt lediglich über eine Kleinkläranlage, nicht selten noch aus DDR-Zeiten. Zuständig für die Verlegung war der Abwasserzweckverband (AZV) Muldental, der damit auch die größte Herausforderung des Projektes zu bewältigen hatte. "In dem Zusammenhang musste nämlich die Bobritzsch gequert werden", erläutert Uwe Lantzsch vom AZV. "Und jedes Gewässer ist eine Herausforderung."

Um es vorwegzunehmen: Für die Anschlüsse an die Abwasserentsorgung mussten die Anwohner keinerlei Gebühren entrichten. Im Vorfeld, so Lantzsch, habe es außerdem Informationsveranstaltungen gegeben, damit alle bei dem Projekt mitgenommen wurden. Drei Grundstücke, so ergänzt André Felgner, hatten bislang auch keinen Anschluss an die Trinkwasserversorgung. Dem sei nun auch abgeholfen worden.

Gemeinsam mit Bauleiter Jens Müller von der ausführenden Firma BS Hoch- und Tiefbau Großschirma und Steve Wutke vom Freiberger Planungsbüro Heinrich Ingenieurleistungen unternahmen Straßberger, Felgner und Lantzsch eine genaue Inspektion der fertiggestellten Straße, kontrollierten etwa die neuen Straßenbeleuchtungen und die Abwasserkanäle. Dabei kam eine dänische Innovation zum Einsatz, ein schwerer Magnet, der scheinbar mühelos die schmiedeeisernen Gullydeckel anzuheben vermag. Zu beanstanden war dabei nichts. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten dennoch nicht, denn nahe der Bobritzschbrücke wird demnächst noch eine Bank aufgestellt. 270.700 Euro kostete die gesamte Maßnahme. 80 Prozent, also 216.600 Euro, kamen über das Programm Leader als Fördermittel.

Ingrid Wilfert wohnt seit etwa 25 Jahren an der Viertelsiedlung. Die Zeit der lautesten Bauarbeiten hat sie absichtlich nicht mitbekommen. "Ich bin acht Wochen weggefahren", erzählt sie. "Als ich dann kürzlich wiederkam, war ich doch etwas überrascht." Grundsätzlich sei das alles sehr gut anzusehen, doch hätte sie eine breitere Straße und vor allem einen breiteren Gehweg erwartet. "Da passt gerade einmal ein Kinderwagen drauf", findet die Anwohnerin. "Und auch die Autos kommen nicht aneinander vorbei, weswegen sie bestimmt über den Fußweg fahren werden." Dennoch sei es an der Zeit gewesen, dass etwas geschehe.

René Straßberger und André Felgner bedankten sich für die Kooperation der Anwohner. "Sie sind sehr geduldig gewesen und haben Möglichkeiten gefunden, in der Zeit der Bauarbeiten ihre Autos anderswo zu parken", so Felgner. Lediglich Hecken und Einfriedungen der Grundstücke, die man mit den Jahren auf Gemeindegrund angelegt hatte, habe man zurückbauen müssen - womit die Straße nun nicht nur neu, "sondern auch regelkonform ist".

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