Vivaldi erklärt Schülern seine Musik

Die neue Veranstaltungsform im Theater begeisterte die jungen Leute. Gut kam auch das Frühlingskonzert der Musikschule an.

Rund 170 Schüler haben das neue Schülerkonzert "Revival(di)" im Freiberger Theater erlebt. Dabei führte Musikdramaturg Stephan Drehmann, der das Konzept entwickelt hat, durch das Programm. Schauspieler Johann-Christof Laubisch, in ein historisches Kostüm geschlüpft, erklärte als Antonio Vivaldi seine Werke. Als Solisten agierten Uta-Maria Glanz (Piccoloflöte), Anna Katharina Hoene (Oboe), Katharina Overbeck und Sunhwa Lee (beide Violine), Horst Zakowsky (Violoncello), musikalischer Leiter Juheon Han am Cembalo sowie Sopranistin Lisa Schnejdar. Eine große Rolle spielten die auf den Hintergrund der Bühne projizierten Videos, so beim Winter und beim Frühling der "Vier Jahreszeiten".

Vivaldi wurde 1678 in Venedig geboren, schrieb dort seine Konzerte, Opern und Oratorien und zog kurz vor seinem Tod 1741 nach Wien. Moderator Drehmann befragte in dem kurzweiligen Programm auch Solisten. "Ich komme aus Russland, aber ich liebe Venedig", sagte Lisa Schnejdar (Foto). In ihrer Arie aus Vivaldis Oratorium "Giuditta triumphans" drücke sie starke Gefühle aus: Von Aufregung komme sie zur Wut. Vom Lachen einiger Schüler ließ sich die Sängerin nicht beirren, sang höchstens noch etwas lauter. Der zwölfjährige Teo vom Lernförderzentrum Brand-Erbisdorf sagte nach dem Konzert: "Mir tat es leid, dass manche gelacht haben. Aber so etwas haben wir noch nie gehört." Schulleiterin Ute Schnabel stimmte zu: "Live haben die Kinder noch nie solche hohen Töne gehört. Um so wichtiger ist es, dass sie das einmal erleben." Das Konzert sei "eine super Möglichkeit, "die Kinder von heute mit der Musik von damals in Verbindung zu bringen", sagt die theaterbegeisterte Schulleiterin. Sie fügt hinzu: "Lisa Schnejdar hat es genau richtig gemacht, als sie gegen das Grummeln angesungen hat."

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Dass es auch den Schülern gefallen hat, zeigte der Beifall. Keine Frage, dass Vivaldi gut angekommen ist. Schließlich bildete sich eine lange Schlange, als Laubisch Vivaldi-Autogrammkarten verteilte und sich mit Schülern fotografieren ließ. Ein Wermutstropfen: Laubisch verlässt das Mittelsächsische Theater undgehtnachKöln. Lisa Schnejdar erhielt übrigens am Sonntag nach der "Fledermaus" so viel Applaus, dass sie die Lacher beim Schülerkonzertwiedervergessenhabendürfte. Viel Beifall gab es auch zum diesjährigen Frühlingskonzert der Musikschule Freiberg in den Räumen des Stadt- und Bergbaumuseums. Dabei spielten Nachwuchsmusiker unterschiedlichster Altersklassen Werke unter anderem von Claude Debussy, Astor Piazzolla, Georg Friedrich Händel oder Beethoven. "Ein Meister zieht keine Schüler, sondern immer wieder neue Meister", zitierte Michael Albrecht, Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule, und stimmte mit Lyrik und Prosa zum Frühling das zahlreich erschienene Publikum auf die schöne Jahreszeit ein.

Katrin Mette (Foto) ist die Präsidentin der Freiberger Soroptimisten, einer Vereinigung berufstätiger Frauen, vergleichbar dem Lions Club oder den Rotariern. Sie war gekommen, um die Arbeit des Fördervereins zu unterstützen. "Die Freiberger Soroptimisten feierten im vorigen Jahr ihr 20. Jubiläum", so Mette. "Das haben wir zum Anlass genommen, unsere Gäste um Spenden zu bitten, von denen wir einen Teil an den Förderverein der Musikschule übergeben wollen." Dabei handelt es sich um 250 Euro, die für das Akkordeonorchester bestimmt sind, weshalb Orchestermitglied Yannik Reuter den symbolischen Scheckentgegennehmendurfte. Die Soroptimisten Freiberg wollen auch 2019 wieder einige Projekte unterstützen. Dazu gehören die Schulranzenaktion, bei der Kinder aus bedürftigen Familien einen voll ausgestatteten Ranzen für das neue Schuljahr bekommen. Bildung steht auch bei den Bücherspenden für den Lesewettbewerb der Körner-Grundschule im Mittelpunkt. Außerdem soll die "Klasse 2000"-Grundschule "Carl Böhme" weiter gefördert werden. Neben dem Sammeln von Spenden bei Sponsoren sind es Aktionen wie der Kuchenverkauf beim Bergstadtfest oder der Glühweinverkauf im Advent, mit denen die Sor-optimisten Geld für solche Projekte zusammenbekommen. (mit wjo)

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