Vom Ball bis zum Graf von Monte Christo

Bis zum Sommer bietet das Mittelsächsische Theaters noch vier Premieren auf der Freiberger Hauptbühne. Zudem gibt es die "Csardasfürstin" in Kriebstein. Auch das Schlosstheater Augustusburg und das Kastanienhof-Theater Reichenau locken mit neuen Stücken.

Freiberg.

Theaterfreunde in Mittelsachsen können sich in diesem Jahr auf verschiedene Bühnenhöhepunkte freuen. "Freie Presse" gibt einen Überblick über die Neuheiten an den Profi-Bühnen im Landkreis.

Mittelsächsisches Theater: Unter dem Motto "Das kommt mir spanisch vor" wird am Freiberger Theater am 24. und 25. Januar der Bühnenball veranstaltet. Erstmals lädt dabei die "Lightning Family" zum Tanz auf der Hauptbühne. Die Band trat auch schon beim Wiener Opernball und beim Semperopernball auf. Nach den Walzer-Klängen der Mittelsächsischen Philharmonie in der Nikolaikirche wird die Big Band des Orchesters erstmals von der Big Band der TU Bergakademie unterstützt. Zudem wird ein ganz neues Publikum angesprochen. Ab 23.30 Uhr legen im Malsaal Dresdner DJ-Legenden auf: am Freitag Mark Machulle, am Samstag Barrio Katz. Karten zum Einlass ab 23 Uhr kosten für alle unter 30 nur 8 Euro.

Bis zum Sommer stehen laut Theatersprecher Christoph Nieder allein auf der Freiberger Hauptbühne noch vier Premieren an. Am 15.Februar kommt in Freiberg (21.März in Döbeln) Frank Wildhorns Musical "Der Graf von Monte Christo" heraus. Dabei startet das Erfolgsteam von "Jekyll & Hyde" wieder durch: Regisseur Stefan Haufe, Ausstatter Tilo Staudte, Alexander Donesch in der Titelrolle und Susanne Engelhardt in der weiblichen Hauptrolle. Das Musical nach dem Roman von Alexandre Dumas führt in Kerker und Bordelle, auf Schiffe und in Paläste.

Die französische Boulevardkomödie "Zwei Lügen, eine Wahrheit" hat am 14. März in Freiberg und am 11. April in Döbeln Premiere. Seit 27Jahren sind Catherine und Philippe verheiratet - und jetzt tauchen Fragen auf, die das ganze bisherige Leben in Fragen stellen. Am 18.April in Freiberg (9. Mai Döbeln) folgt die Komische Oper "Don Pasquale" von Gaetano Donizetti - auch hier geht es um eine Ehe, die allerdings erst geschlossen werden soll. Schauspieldirektorin Annett Wöhlert inszeniert vor der Sommerpause (Premiere am 16. Mai in Freiberg) Shakespeares "Ein Sommernachtstraum". "Ein Märchen, das sich mit der Gegenwart verbindet; Zauberwesen und Menschen, Handwerker und Fürsten geraten in ein grenzenloses Lebens- und Liebesabenteuer einer Sommernacht", heißt es dazu aus dem Theater.

Zum Abschluss der Spielzeit ist wieder eine große Operette auf der Seebühne Kriebstein zu erleben. Emmerich Kálmáns "Die Csárdásfürstin" wird inszeniert vom Sänger Sergio Raonic Lukovic, der an der Talsperre bereits 2018 als Regisseur von "Eine Nacht in Venedig" erfolgreich war. Mehr als 4000 Plätze sind für die 20Vorstellungen zwischen dem 12. Juni und dem 21. Juli bereits verkauft oder bestellt. Weitere Höhepunkte sind die Sinfoniekonzerte.

Theatersprecher Nieder verrät schon einen Knüller in der Spielzeit 2020/21: Im Herbst kommt Verdis Oper "Don Carlos" nach Schillers Drama in der Nikolaikirche heraus.


Kastanienhof-Theater Reichenau: Nach "Hamlet" 2019 ist jetzt wieder "Komödien-Jahr" am Kastanienhof-Theater. Kleists Lustspiel "Der zerbrochne Krug" wird aufgeführt. "Wir wechseln uns da ja immer mit den Klassikern ab", sagt Reinhardt Schuchart vom Theater. Und seine Mitstreiterin Silke Führich ergänzt, dass wieder das Ensemble beteiligt ist. Der Vorverkauf habe bereits begonnen. Weiter im Programm bleiben "Weltreisevortrag" und "Klassik am Kamin" im Januar und im November. Ob auch die "Weihnachtsgeschichte" weitergeführt werde, sei noch offen. Das Publikum habe sich aber deutlich für ein Weiterspielen ausgesprochen. 2019 stand "Hamlet" im Zentrum - "nicht ganz ohne die Sorge, wie unser Publikum darauf reagieren würde", so Schuchart. "Aber nach ,Urfaust' , ,Romeo und Julia', und ,Maria Stuart' war offenbar für ein so anspruchsvolles Stück soviel Vertrauen da, dass wir 18 ausverkaufte Vorstellungen hatten." Auch die sechs Freilicht-Aufführungen von "Pippi auf hoher See" seien ein voller Erfolg gewesen. Allerdings werde das "Theater für die ganze Familie" 2020 nicht weitergeführt. "Wir müssen unser Programm reduzieren, schließlich sind ja nur Silke Führich und ich die Träger der Theater-Produktionen, auch wenn in den Sommerstücken sich unser Ensemble schauspielerisch beteiligt - und das grandios", sagt Schuchart.


Schlosstheater Augustusburg: Am 6. März wird das Schlosstheater die Uraufführung des neuen Drei-Personen-Stückes "One-Way-Ticket zum Mond" des französischen Autors Emmanuel Robert-Espalieu auf die Bühne bringen. "Für dieses Stück werden wir die Dresdener Schauspielerin Oda Pretzschner als Gast engagieren", kündigt Anna Silke Röder vom Schlosstheater an. Und ihr Mitstreiter Andreas Unglaub ergänzt, dass die deutsche Erstaufführung des Stücks "Das letzte Mal", ebenfalls von Robert-Espalieu, 2019 den Nerv der Zuschauer getroffen habe. Auch das Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" sei beim Publikum sehr gut angekommen.


Was 2019 den Nerv des Publikums getroffen hat

Besuchermagneten am Mittelsächsischen Theater waren 2019 beispielsweise Frank Wildhorns Musical "Jekyll und Hyde", die Posse "Pension Schöller" (sowohl mit Andreas Kuznick als auch mit Regisseur Jürgen Mai in der Rolle des Philipp Klapproth), das Musical "Anatevka" sowie die Operetten "Die Fledermaus" und "Frau Luna", letztere auf der Seebühne Kriebstein.

Auch das Schauspiel "Warten auf Godot" von Beckett entpuppt sich als Renner. Die nächsten Vorstellungen sind ausverkauft. Super Resonanz hatten zudem die Weihnachtsvorstellungen "Eine schöne Bescherung" und die "Bremer Stadtmusikanten". Susanne Engelhardts Programm "Solo für Sie" ist ebenso gefragt.

Eher wenige Zuschauer hat hingegen der Schauspiel-Liederabend "Die letzte erfolglose Band und die Braut" angelockt. Das galt auch für die Operninszenierung "Andrea Chenier" - trotz Kritikerlobs und Bravorufen in mehreren Vorstellungen. (hh)

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