Vom Salz des Lebens

Eine neue Ausstellung begleitet die 4. Sächsische Landesausstellung am Standort Reiche Zeche. Es gibt viel zu lernen.

Freiberg.

Taras Shepel sitzt bequem im Sessel und schaut auf den hohen Flachbildschirm direkt vor sich. Mit zwei Sticks an den Armlehnen steuert er einen riesigen Bagger, der sich virtuell ganz nach Wünschen des Bedieners bewegt. Shepel ist Dr.-Ingenieur am Institut für Bergbau und Spezialtiefbau an der TU Bergakademie Freiberg. Dass er sich an diesem Tag scheinbar in ein Spiel vertieft, hat seinen Grund.

Der virtuelle Bagger ist Teil der Ausstellung "Vom Salz des Lebens", die ab kommenden Freitag im Alten Fördermaschinenhaus auf der Reichen Zeche zu erleben sein wird. Taras Shepel hat die interaktive Simulation programmiert und probiert sie nun vor den Augen von Ausstellungskoordinatorin Kirstin Kleeberg aus.

Das ist aber nur ein Teil des Ganzen, denn der gesamte Raum ist auf zwei Ebenen ausgestaltet mit allerlei Bildwänden und interaktiven Stationen. "Vom Salz des Lebens" nimmt die Besucher mit auf eine spannende Reise durch die Welt der Rohstoffe. Das betrifft alle Gebiete der Erde, darunter im besonderen Deutschland, führt aber auch mitten hinein in die eigene Lebenswelt. Woher beispielsweise kommen die Rohstoffe für die Smartphones oder für Fahrräder? Für wie viel Rohstoffabbau sorgt unwissentlich jeder Einzelne? Wie entstehen Rohstoffe eigentlich und wo sind sie zu finden? Durchaus kritisch wird sich mit diesen und weiteren Themenfeldern auseinandergesetzt. Doch weckt man vor allem die Faszination für die sogenannten Geoberufe und macht neugierig.

"Das Erstkonzept stammt aus dem Jahr 2018", erzählt Kirstin Kleeberg. "Hauptsächlich finanziert wird sie von der Fakultät 3 unter der Leitung von Professor Carsten Drebenstedt. Der Freistaat hat ebenfalls dafür Mittel zur Verfügung gestellt." Die genaue Summe lasse sich noch nicht beziffern, doch liege sie wohl in einem niedrigen sechsstelligen Bereich. Die Ausgabe lohnt sich insofern, dass tatsächlich ein komprimierter Überblick geliefert wird, der für Laien verständlich ist. Mit den Textgestaltern sei dabei um manches Wort gerungen worden, sagt Kirstin Kleeberg. Wissenschaftler wollten immer so ausführlich wie möglich sein, was in solch einem Fall aber weniger nützlich ist.

Die Ausstellung wird bis Ende Februar zu sehen sein, und zwar immer von Mittwoch bis Freitag von 11 bis 17 Uhr und Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr, sonntags allerdings erst mit Beginn der Landesausstellung am 11. Juli, die man mit "Vom Salz des Lebens" flankierend begleitet. Besonders Schulklassen sind herzlich willkommen. Die notwendigen Hygienemaßnahmen begrenzen die Besucherzahl auf 20 Personen. Mundschutz ist Pflicht, ebenso die Desinfektion der Hände.

 

tu-freiberg.de/salz-des-lebens

 

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